Verstopfung (Obstipation)

Wer nicht täglich Stuhlgang hat, leidet nicht gleich unter Verstopfung (Obstipation). Die Stuhlgewohnheiten sind von Mensch zu Mensch verschieden. Ausschlaggebend ist nicht nur die Häufigkeit der Darmentleerung, sondern auch die Beschaffenheit des Stuhls – und ob es Beschwerden bei der Ausscheidung gibt.

Verstopfung Toilette im Freien © Thinkstock
Der Fachausdruck für Verstopfung lautet Obstipation. Laut Statistik klagt jeder Dritte der über Sechzigjährigen darüber. Ursachen für eine Verstopfung gibt es viele. So können verschiedene Medikamente oder psychische Faktoren zu Verstopfung führen. Auch bestimmte Erkrankungen kommen als Ursache für eine Verstopfung infrage.

Verstopfung: Die Diagnose ist nicht einfach zu stellen

Aufgrund der vielen verschiedenen möglichen Ursachen für Verstopfungen ist es nicht immer einfach, eine genaue Diagnose zu finden. Bei der Diagnostik helfen kann eine Stuhlprobe. Außerdem kann es sinnvoll sein, eine Blutprobe zu entnehmen oder den Darm mithilfe von Ultraschall oder einer Darmspiegelung zu untersuchen, um den Ursachen für die Verstopfung auf den Grund zu gehen.

Die Symptome sind dagegen wohl vielen bekannt: Man fühlt sich unwohl und voll, beim Stuhlgang verspürt man Schmerzen. Der seltene Toilettenbesuch selbst muss dagegen gar nicht zu den Symptomen der Verstopfung gehören. So mancher kennt Verstopfungen im Urlaub oder in einer ungewohnten Umgebung.

Hilfe bei Verstopfung

Die Therapie der Verstopfung kann mit Abführmitteln erfolgen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Abführmittel – egal ob synthetisch oder pflanzlich – im Allgemeinen nicht länger als zwei Wochen eingenommen werden sollten. Ausgenommen sind hier Menschen, die aufgrund bestimmter Erkrankungen auf die langfristige Einnahme angewiesen sind. Für sie können geeignete Präparate nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ausgewählt werden.

Oftmals werden pflanzliche Mittel gewünscht, aber auch bei diesen natürlichen Abführmitteln gibt es einiges zu beachten – wir haben entsprechende Tipps und Hinweise für Sie gesammelt. Auch Einläufe können in einigen Fällen gegen eine Verstopfung eingesetzt werden.

Manchmal sind medikamentöse Maßnahmen aber gar nicht nötig und einige einfache Maßnahmen helfen bereits, um die Verdauung wieder in Schwung zu bringen – lesen Sie dazu unsere Tipps zur Selbsthilfe.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.02.2017
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet;
  • Quellen: Karow / Lang: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 19. Aufl. 2011
  • Gesenhues /Ziesché: Praxisleitfaden Allgemeinmedizin, Elsevier, 6. Aufl. 2010
  • Deutsche Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität: Chronische Obstipation. Fortschritte in Diagnostik und Therapie (http://www.neurogastro.de/tl_files/pdf/Vortraege%20zum%20Download/DGNM_PPP_Chronische%20Obstipation_final.pdf)
  • Leitlinie Chronische Obstipation: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-019l_S2k_Chronische_Obstipation_2013-06_01.pdf)
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