Verrenkung (Luxation)

Erleidet ein Sportler eine Verrenkung oder Auskugelung, verschieben sich die beiden Flächen eines Gelenks gegeneinander und bleiben in dieser Stellung. Wenn beispielsweise das Schultergelenk ausgekugelt wird, springt der Kopf des Oberarmknochens aus der Gelenkpfanne der Schulter.

Eine solche Auskugelung kann zum Beispiel beim Handball zustande kommen, indem auf den angehobenen Wurfarm von vorne Druck ausgeübt wird. Gefährdet sind außerdem Finger, Ellenbogen und Kniescheibe.

Derartige Verletzungen werden häufig durch Stürze verursacht. Jedoch kann es auch bei Sportarten wie Judo oder Handball zu Verrenkungen des Schultergelenks kommen. Beim Volleyball sind vor allem die Fingergelenke betroffen, die Kniescheibe ist bei Sprungübungen gefährdet. Durch die Trennung der Gelenkflächen bei der Verrenkung sind auch die umgebenden Bänder und die Gelenkkapsel großen Kräften ausgesetzt, sodass diese ebenfalls verletzt werden können. Auch Verletzungen der Gefäße und Nerven können vorkommen.

Symptome einer Verrenkung

Bei einer Verrenkung hat der Betroffene starke Schmerzen, eine Bewegung des verletzten Körperteils ist nicht mehr möglich. Die Fehlstellung ist oft bereits mit dem bloßen Auge erkennbar. Außerdem kommt es nach einiger Zeit zu einer Schwellung.

Je jünger der Patient ist, desto höher ist sein Risiko, dass aus der einmaligen Verrenkung eine habituelle Luxation entsteht. Bei einer habituellen Luxation handelt es sich um eine Verrenkung, die immer wiederkehrt, auch wenn keine großen Kräfte auf den betroffenen Körperteil wirken.

Behandlung einer Verrenkung

Wurde ein kleines Gelenk (zum Beispiel im Finger) verrenkt, kann es unter örtlicher Betäubung wieder eingerenkt werden. Betrifft die Verrenkung größere Gelenke wie die Schulter, ist es in den meisten Fällen zu einer Verletzung der Bänder oder Kapseln gekommen. Dann besteht die Gefahr, dass das Gelenk wieder ausgerenkt wird. Um eine langfristige Stabilisierung zu erreichen, muss operiert werden. Nach der Operation ist eine Ruhigstellung des betroffenen Körperteils für mehrere Wochen nötig. Im Anschluss muss der Patient Krankengymnastik und eventuell auch Krafttraining machen, um die ursprüngliche Beweglichkeit wiederherzustellen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.03.2015
  • Autor/in: Beatrix Deiß, Medizinredakteurin; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätskontrolle: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Plesch, Christian/ Sieven, Rainer, Trzolek, Dieter: Handbuch Sportverletzungen. Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2009.
  • Sportunfälle – Häufigkeit, Kosten, Prävention. Von Gläser, Heribert, (ARAG Allgemeine Versicherungs-AG), Henke, Dr. rer. nat. Thomas (Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Sportmedizin). Herausgeber: ARAG Allgemeine Versicherungs-AG.
  • Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP): 10 Goldene Regeln für gesundes Sporttreiben, 2004.
  • Deutscher Olympischer Sportbund, www.richtigfit.de
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., www.dge.de
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