Erste Hilfe bei Verbrennungen und Verbrühungen

Bei einem Verbrühungs- oder Verbrennungsunfall ist es am wichtigsten, zuerst die Hitzequelle zu entfernen. Anschließend sollten Sie die Verletzung entsprechend ihres Schweregrads und Ausmaßes richtig behandeln. So leisten Sie bei Verbrennungen Erste Hilfe:

Erste-Hilfe-Kasten © Thinkstock

Erste Hilfe bei kleineren Wunden: kühlen und keimfrei bedecken

Handelt es sich um kleinere Verbrennungen oder Verbrühungen (nicht größer als eine Handfläche) und nur eine oberflächliche Hautschädigung (Grad 1 oder 2a), können Sie als Sofortmaßnahme die Verletzung möglichst mit fließendem Leitungswasser kühlen, um die Schmerzen zu lindern. Das Wasser sollte kühl, aber nicht zu kalt sein – also nicht unter 15 Grad Celsius. Das Kühlen sollte innerhalb der ersten 30 Minuten erfolgen und nicht länger als zehn bis 20 Minuten dauern. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie nur die betroffene Stelle kühlen.

Befindet sich die Verbrennung im Gesicht, können Sie zum Kühlen feuchte Tücher benutzen. Die Atemwege müssen dabei frei bleiben. Bedecken Sie die Wunde nach dem Kühlen mit einer möglichst keimfreien Wundauflage – im Idealfall mit einem Verbandstuch. Bei Kleinkindern und Säuglingen sollten Brandverletzungen überhaupt nicht gekühlt werden.

Erste Hilfe bei größeren Wunden: nicht kühlen, nur bedecken

Größerflächige und höhergradige Brandwunden sollten nicht gekühlt werden. Denn: Der Körper verliert dadurch zu viel Wärme – es besteht die Gefahr einer Unterkühlung. Diese würde den Kreislauf zusätzlich belasten und kann schlimmere Auswirkungen haben als die Verbrennung selbst. Stattdessen sollten Sie als Erste Hilfe die Brandwunde locker und möglichst keimfrei abdecken – am besten mit einem Verbandtuch.

Zudem ist es wichtig, den Betroffenen etwa mit einer speziellen Rettungsdecke oder einer normalen Decke warm zu halten. Wenn möglich, sollte der Verletzte außerdem viel trinken, da es durch die offene Hautschädigung zu einem großen Flüssigkeitsverlust kommt. Gut sind zum Beispiel stilles Mineralwasser sowie verdünnte Tees und Fruchtsäfte. Kann der Patient nicht selbstständig trinken, sollten Infusionen verabreicht werden.
Keine Hausmittel
Es kursieren Hausmittel wie auf eine Brandwunde als Erste-Hilfe-Maßnahme Puder, Mehl, Öl, Zahnpasta oder Ähnliches zu geben. Diese Ratschläge sollten Sie auf keinen Fall befolgen. Auch Brandgele sollten nur bei geschlossenen Wunden und nach Absprache mit dem Arzt angewendet werden.

Brandblasen nicht selbst aufstechen

Bei Verbrennungen ab Schweregrad 2 können sich Brandblasen bilden. Diese sollten Sie nie selbst aufstechen, da sie als Infektionsschutz dienen. Gegebenenfalls – wenn die Blase groß, prall gefüllt und trüb ist – kann sie ein Arzt unter sterilen Bedingungen öffnen. Die Blasenhaut sollte jedoch auf der Wunde verbleiben – sie schützt weiterhin davor, dass Keime in die Wunde eindringen. Anschließend wird ein steriler Wundverband angelegt. Auch Kleidung, die sich in die Haut eingebrannt hat, darf nur von Fachpersonal entfernt werden.

Behandlung im Krankenhaus

Bei Verbrennungen dritten Grades bedarf es meist einer stationären Behandlung – manchmal auch schon bei einem geringeren Schweregrad, wenn große Flächen betroffen sind. Denn größtmögliche Keimfreiheit ist bei so schweren Verletzungen besonders wichtig. Bei großflächigen Verbrennungen ist häufig sogar eine Hauttransplantation erforderlich.

Nachbehandlung: Hautpflege ist besonders wichtig

Besonders wichtig nach einer Verbrühung oder Verbrennung ist die richtige Hautpflege. Denn durch die Verletzung kann die Haut an dieser Stelle ihren Fett und Feuchtigkeitsgehalt nicht mehr selbst regulieren. Die neugebildete Haut sollte daher mehrmals am Tag mit einer wirkstofffreien Lotion eingecremt werden, damit sie elastisch bleibt. Auch Produkte mit Dexpanthenol sind für die Hautpflege geeignet.

Wird die Haut nach einer Brandverletzung nicht richtig gepflegt, wird sie rissig und schuppig, schmerzt und ist leichter verletzbar. Auch starker Juckreiz kann auftreten. Ist dieser unerträglich, können Präparate mit antihistaminergen Wirkstoffen zum Einsatz kommen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.11.2014
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Pharmazeutische Zeitung online: Verbrennungen: Rasches Handeln kann Haut und Leben retten (http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=5868)
  • Deutsches Rotes Kreuz: Verbrennungen/Verbrühungen (http://www.drk.de/angebote/erste-hilfe-und-rettung/kleiner-lebensretter/verbrennungen.html)
  • Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (2011): Thermische und chemische Verletzungen
  • Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie et al.: Thermische Verletzungen im Kindesalter (Verbrennung, Verbrühung)
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