Tuberkulose (TBC)

Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Die verantwortlichen Bakterien (Mycobacterium tuberculosis) befallen hauptsächlich die Lunge – es können aber grundsätzlich alle Organe betroffen sein.

Tuberkulose ist eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit. Die Übertragung geschieht durch Tröpfcheninfektion, also die Verteilung der Erreger durch kleinste Tröpfchen, die beim Niesen, Husten, Lachen, Sprechen und Singen von Menschen freigesetzt werden, die an offener Lungentuberkulose erkrankt sind.

Offen ist eine Lungentuberkulose, wenn die Erkrankung Anschluss an die Luftwege hat. Besonderen Einfluss auf die Ansteckungsgefahr haben auch Faktoren wie Dauer und Häufigkeit des Kontaktes zu Erkrankten, die Menge der übertragenen Erreger und die Empfänglichkeit des Einzelnen.

Nach einer Inkubationszeit von etwa sechs bis acht Wochen kommt es in Abhängigkeit von der Abwehrlage des Infizierten zur Entwicklung einer behandlungsbedürftigen Tuberkulose. In vielen Fällen kann jedoch der Organismus den Erreger bekämpfen. Innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Infektion kann es zum Ausbruch der Erkrankung kommen, aber auch erst nach Jahrzehnten – besonders wenn das Immunsystem geschwächt ist.

Symptome und Krankheitsverlauf bei Tuberkulose

In vielen Fällen verläuft die Infektion ohne Symptome. Manifestiert sich die Tuberkulose, wird sie in verschiedene Formen eingeteilt.
  • Primärtuberkulose: Hier treten die ersten Krankheitszeichen sofort nach der Infektion auf. Dazu zählen Müdigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, geschwollene Lymphknoten, leichtes Fieber, Nachtschweiß und ständiges Hüsteln.
  • Sekundäre Tuberkulose: In einigen Fällen bricht die Krankheit jedoch erst später aus, dann kann es zu über Wochen anhaltendem Husten mit Abhusten von gelblich-grünem Schleim bis hin zu blutigem Auswurf kommen. Hier spricht man von offener Tuberkulose. Der Betroffene klagt über Atemnot, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Fieber und Nachtschweiß. Ohne Behandlung kann es zu schweren Verläufen kommen, die in eine allgemeine Schwäche mit Blutarmut und Untergewicht münden. Auch Beteiligungen anderer Organsysteme sind möglich – beispielsweise kann eine tuberkulöse Hirnhautentzündung entstehen. Dann kann die Tuberkulose zum Tode führen.
  • Organtuberkulose: Auch andere Organe als die Lunge können von den Erregern befallen werden und dies kann dann zu organspezifischen Symptomen führen.

Diagnose und Behandlung bei Tuberkulose

Der behandelnde Arzt identifiziert Tuberkulose anhand von Blut- und Hauttests sowie Gewebsuntersuchungen. Tuberkulose breitet sich nur sehr langsam aus und kann Resistenzen entwickeln. Daher werden alle Patienten bei gesicherter Tuberkulose oder auch nur hochgradigem Tuberkuloseverdacht mit einer Kombinationstherapie aus mehreren speziellen Antibiotika behandelt. Zudem muss die Behandlungsdauer ausreichend lang sein, um Rückfälle zu vermeiden.
Die Krankheit ist meldepflichtig.

Wo kommt Tuberkulose vor?

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es jährlich rund neun Millionen Neuinfektionen mit Tuberkulose. Besonders betroffen sind die Entwicklungsländer und die Gebiete der ehemaligen Sowjetunion. In Deutschland ist die Anzahl der Neuerkrankungen rückläufig. Sorge bereitet, dass die Tuberkulose-Erreger weltweit zunehmend resistent gegen Antibiotika werden. Dies betrifft vor allem die Länder der früheren Sowjetunion.

Nach Auskunft des Robert Koch-Instituts wird die Ausbreitung der Tuberkulose durch Armut, Migration, medizinische Unterversorgung und bestehende Infektionen mit HIV begünstigt. Meist gibt nämlich erst ein geschwächtes Immunsystem dem Erreger eine Chance.
Weltkarte zur Verbreitung von Tuberkulose © WHO, 2012Weltkarte zur Verbreitung von Tuberkulose

Mögliche Impfungen gegen Tuberkulose

Gegen Tuberkulose kann geimpft werden. Allerdings wird die sogenannte BCG-Impfung von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin seit 1998 nicht mehr empfohlen. Zur Begründung heißt es unter anderem, dass die Impfung nur begrenzte Wirksamkeit habe und relativ häufig zu Komplikationen führe.

Die WHO empfiehlt Tuberkulose-Impfungen nur noch bei Personen, die in engem Kontakt mit Menschen aus betroffenen Tuberkulose-Gebieten stehen – beispielsweise Entwicklungshelfer oder medizinisches Personal. Bei vielen Menschen besteht aufgrund einer oft unbemerkten Primärinfektion bereits eine gewisse Abwehrkraft. Durch Hauttests kann die Immunität überprüft werden.

Vorsorge gegen Tuberkulose

Als einzig effektive Präventionsstrategie bleibt, zu engen Kontakt mit anderen Menschen zu vermeiden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.06.2015
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Robert-Koch Institut: Infektionskrankheiten A-Z
  • Robert-Koch-Institut: Pressemitteilung vom 18.03.2008
  • Auswärtiges Amt: Länder- und Reiseinformationen
  • Robert Koch-Institut: Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten (http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/Steckbriefe/Steckbriefe_120606.pdf?__blob=publicationFile)
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