Ursachen und Risikofaktoren für das Trockene Auge

Trockene Augen (medizinisch: Keratokonjunktivitis sicca) sind zwar keine typische Alterserkrankung, kommen aber generell bei älteren Menschen häufiger vor. Auch Frauen sind öfter davon betroffen. Bei älteren Personen ist die Ursache, dass die Tränenproduktion grundsätzlich vermindert ist. Frauen in den Wechseljahren sind besonders oft betroffen, weil sich durch die Hormonumstellung auch die Beschaffenheit des Tränenfilms verändern kann. Die Hornhaut wird dann nicht mehr lückenlos benetzt und es entstehen trockene Stellen auf dem Auge.

Auch Allgemeinerkrankungen wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen, rheumatoide Arthritis, verschiedene Hautkrankheiten oder entzündliche Gefäßerkrankungen sowie allergisch bedingte Erkrankungen können mit einem trockenen Auge einhergehen.

Weitere Ursachen für eine Veränderung des Tränenfilms:

  • trockene Raumluft beziehungsweise trockenes Klima (zum Beispiel klimatisierte Büroräume, heißes Klima)
  • Umweltgifte (Tabakrauch, Chemikalien, Autoabgase)
  • Infektionen am Auge (vor allem durch Viren)
  • Medikamente (zum Beispiel Betablocker, Östrogene)
  • Konservierungsmittel in Augentropfen/-salben
  • Duftstoffe in Kosmetika
  • Vitamin-A-Mangel
  • Bildschirmarbeit (durch konzentriertes Arbeiten am Bildschirm verringert sich die Häufigkeit des Lidschlages; dadurch trocknet der Tränenfilm schneller aus)
  • Kontaktlinsen
  • Unvollständiger Lidschluss
  • Erkrankungen der Tränendrüse (Entzündungen, Tumore)
  • Autor/in: Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie
  • Quellen: H. J. Küchle, H. Busse, M. Küchle: Taschenbuch der Augenheilkunde, Verlag Hans Huber 1998
  • Interviews mit Dr. Christine Stamm, Leiterin der Beratungsstelle für Sehbehinderte in Berlin und Dr. Anja Liekfeld, Oberärztin an der Universitäts-Augenklinik der Charité in Berlin
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