Therapie: Künstliche Tränen helfen gegen Trockene Augen

Bei der Therapie Trockener Augen (medizinisch: Keratokonjunktivitis sicca) werden sowohl der sekretorische Tränenmangel aufgrund einer mangelhaften Tränenproduktion als auch der hypervaporative Tränenmangel aufgrund vermehrter Verdunstung mit künstlichen Tränen behandelt.

Diese Augentropfen sollten Sie bis zu fünfmal täglich oder je nach Absprache mit dem behandelnden Augenarzt sogar noch häufiger ins Auge träufeln. Es gibt viele verschiedene Produkte, die unterschiedlich zähflüssig sind und unterschiedliche Zusätze enthalten.

Therapie von sekretorischem und hypervaporativem Tränenmangel

Der sekretorische Tränenmangel lässt sich außerdem mit Punctum plugs behandeln. Dabei handelt es sich um kleine Stöpselchen aus Silikon, die in die unteren Tränenpünktchen gesteckt werden. Sie behindern den Abfluss der Tränenflüssigkeit, wodurch die Menge der Tränen im Auge erhöht wird. Beim hypervaporativen Tränenmangel sollte versucht werden, den normalen Tränenfilm wiederherzustellen. Dies erfolgt zusätzlich zu den künstlichen Tränen durch Lidrandhygiene und gegebenenfalls mithilfe von Antibiotika. Auch für eine gewisse Zeit auf Kontaktlinsen zu verzichten kann zum Erfolg führen.

In schweren Fällen kommen auch systemische Entzündungshemmer zum Einsatz – also Medikamente, die oral zugeführt werden und sich somit im gesamten Körper ausbreiten. Manchmal sind operative Eingriffe wie beispielsweise eine Lidoperation oder die Transplantation einer Speicheldrüse notwendig.

Sie selbst können die Behandlung unterstützen, indem Sie regelmäßig frische Luft tanken, die Zimmerluft in trockenen Räumen befeuchten, die Lüftung zum Beispiel beim Autofahren nie direkt auf Ihr Auge richten und reizarme Kosmetika verwenden.

Therapie des Trockenen Auges: Was Sie beachten sollten

Das Auge ist ein sehr empfindliches Organ. Auch harmlose Ursachen können bei falscher Behandlung zu bleibenden Schäden führen. Wenn die Augen brennen, kratzen und tränen oder die Bindehaut gerötet ist, sollten Sie zur Abklärung der Ursache einen Augenarzt aufsuchen. Ist die Diagnose Trockenes Auge sicher, kann man nach Rücksprache mit dem Arzt selbst behandeln. Doch auch dann gibt es einiges zu beachten.

Vorsicht mit Kontaktlinsen

Wer Kontaktlinsen trägt, sollte diese vor der Anwendung von wirkstoffhaltigen Augentropfen herausnehmen. Nach zirka 15 Minuten können harte Linsen wieder eingesetzt werden. Bei weichen Linsen ist das nicht möglich. Sie können durch die enthaltenen Konservierungsmittel beeinträchtigt werden. Diese Stoffe setzen sich in den Poren der weichen Linsen fest und sorgen beim weiteren Tragen für zusätzliche Reizungen. Das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid kann die Linsen sogar verfärben.

Eine Lösung für dieses Problem stellen Augentropfen in Einzeldosenbehältnissen dar. Sie enthalten keine Konservierungsmittel und sind besser verträglich. Aber auch hier gilt: beim Eintropfen Linsen herausnehmen und erst 15 Minuten später wieder einsetzen.

Konservierungsmittelfreie Zubereitungen mit Filmbildnern wie Povidon oder Polyvinylalkohol können auch während des Tragens der Linsen eingetropft werden. Sie werden sogar zur Nachbenetzung empfohlen. Beachten Sie die Angaben im Beipackzettel. Wer Augensalbe anwendet, sollte in diesem Zeitraum gar keine Kontaktlinsen tragen.

Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit

Nach der Anwendung von Augentropfen kann kurzzeitig (fünf bis zehn Minuten) das Sehvermögen beeinträchtigt werden. In dieser Zeit dürfen Sie keine Maschinen bedienen oder aktiv am Straßenverkehr teilnehmen. Nach der Anwendung von Augensalben oder Augengelen hält das Verschwommen-Sehen noch länger an.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.04.2013
  • Autor/in: Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: H. J. Küchle, H. Busse, M. Küchle: Taschenbuch der Augenheilkunde, Verlag Hans Huber 1998
  • Interviews mit Dr. Christine Stamm, Leiterin der Beratungsstelle für Sehbehinderte in Berlin und Dr. Anja Liekfeld, Oberärztin an der Universitäts-Augenklinik der Charité in Berlin
  • Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein: Das Sicca-Syndrom: ein hochkomplexes Krankheitsbild (http://www.ophtha.uni-luebeck.de/uksh_media/Dateien_Kliniken_Institute+/L%C3%BCbeck+Campuszentrum+/Augenklinik_HL/Dokumente/Das+Sicca_Syndrom_+ein+hochkompliziertes+Krankheitsbild.pdf)
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