Tollwut (Rabies)

Die Tollwut (Rabies) ist eine lebensgefährliche Virusinfektionskrankheit, die ohne Immunisierung innerhalb von 24 Stunden nach Infektion in fast 100 Prozent der Fälle zum Tode führt. Sie wird durch Rabiesviren verursacht.

Die größte Gefahr einer Tollwut-Infektion besteht bei direktem Kontakt des infektiösen Tierspeichels mit der menschlichen Schleimhaut oder mit (auch bereits minimal) verletzter Haut, wie es bei Biss- und Kratzwunden oder aber auch durch Ablecken der Fall sein kann. Die Viren befallen das Gehirn und das Nervensystem. Die Folge sind Lähmungen, die in allen unbehandelten Fällen zum Tod führen.

Symptome und Krankheitsverlauf bei Tollwut

Die Symptome einer Tollwutinfektion können erst bis zu zehn Monaten nach der Infektion auftreten. Beim Krankheitsverlauf wird in drei Stadien unterschieden:
  • Unspezifische Symptome (Prodromalstadium): Juckreiz und Taubheitsgefühl im Bereich der Eintrittsstelle, Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall und eventuell Husten. Im weiteren Verlauf kommt es zu Reizbarkeit und Empfindlichkeit gegen Licht, Geräusche und Luftzug. Das Fieber steigt weiter kontinuierlich an.
  • Akutstadium (Exzitationsstadium): Es treten Zeichen von Hyperaktivität mit Muskelzuckungen und Krämpfen auf. Angstgefühle, Unruhe, abwechselnd aggressiver und depressiver Gemütszustand und Wasserscheu kommen dazu. Die optische oder akustische Wahrnehmung von Wasser führt zu Unruhe und Krämpfen, die sich auf die gesamte Muskulatur erstrecken können.
  • Paralyse: Es treten fortschreitende Lähmungen auf. Der Patient fällt anschließend ins Koma und stirbt an einem Funktionsausfall des Gehirns.

Diagnose und Behandlung bei Tollwut

Der behandelnde Arzt stellt die Diagnose anhand der Berichterstattung des Patienten, der körperlichen Untersuchung und einem Antigennachweis aus Speichelproben oder Hautbiopsien. Die sichere Diagnose kann oft erst nach dem Tode des Patienten gestellt werden. Eine spezielle Behandlung gegen Tollwut gibt es nicht. Der Arzt reinigt die (Biss-)Wunde sorgfältig mit klarem Wasser, einer Seifen- oder Spülmittellösung. Anschließend desinfiziert er die Stelle mit Alkohol oder einer Jodlösung. Sollte keine Impfung vorliegen und bisher auch keine Krankheitssymptome aufgetreten sein, holt er diese nach.

Schnelles Handeln ist gefragt: Sie sollten bei einer Kratz- oder Bissverletzung umgehend einen Arzt aufsuchen. Warten Sie mit der vorbeugenden Impfung nicht bis zur Rückkehr aus dem Urlaub.

Die Krankheit ist meldepflichtig.

Wo kommt Tollwut vor?

Mit Ausnahme von Australien und einigen anderen Ländern kommt Tollwut mehr oder weniger überall vor. Die WHO schätzt jährlich eine Gesamtzahl von 60.000 Erkrankten.
Weltkarte zur Verbreitung von Tollwut © WHO, 2013Weltkarte zur Verbreitung von Tollwut

Mögliche Impfungen gegen Tollwut

Gegen Tollwut kann geimpft werden. Die Impfung besteht aus drei Teilen: Nach der ersten Impfung folgt sieben Tage später die zweite und nochmals 28 Tage später die dritte Impfung. Der Impfschutz beträgt in der Regel fünf Jahre, wenn die erste Auffrischungsimpfung ein Jahr nach der Grundimmunisierung erfolgt. Die Impfung wird bei Reisen in Länder mit hohem Tollwut-Risiko und bei Menschen, die sich intensiv in der Natur aufhalten, empfohlen.

Vorsorge gegen Tollwut

Berühren oder streicheln sie keine freilaufende Tiere (zum Beispiel Hunde oder Katzen).
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.06.2015
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Robert-Koch Institut: Infektionskrankheiten A-Z
  • WHO: International travel and health
  • BZgA: Reisegesundheit
  • Auswärtiges Amt: Länder- und Reiseinformationen
  • Robert Koch-Institut: Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten (http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/Steckbriefe/Steckbriefe_120606.pdf?__blob=publicationFile)
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