Syphilis und Gonorrhoe (Tripper)

Syphilis, auch als Lues oder harter Schanker bezeichnet, wird durch das Bakterium Treponema palladium ausgelöst. Beim Geschlechtsverkehr, beim Küssen sowie über feuchte Haut und kleine Hautverletzungen wird der Krankheiterreger übertragen.

Paar liegt auf Bett © Thinkstock

Trügerische Sicherheit bei Syphilis

Die Infektion durchläuft verschiedene Stadien: Das erste Anzeichen ist ein roter Fleck, der rund drei Wochen nach der Ansteckung auftritt. Er bildet sich an der Stelle, wo die Ansteckung erfolgte – also Eichel, Schamlippe, Anus, Mund. Am besten geht man dann sofort zum Arzt, der Antibiotika, meistens ein Penicillin verschreibt.

Unbehandelt geht diese primäre Form der Syphilis jedoch nach etwa vier Wochen in die sekundäre über. Die Bakterien haben sich im ganzen Körper ausgebreitet: Fieber, geschwollene Lymphknoten, Gelenkschmerzen und Ausschlag treten auf. Nach mehreren Wochen heilt die sekundäre Syphilis oft von selber aus, die Erreger verbleiben aber bei Nichtbehandlung im Körper in einem Ruhezustand. Auch in diesem Stadium ist also eine Antibiotikatherapie wichtig, denn bei rund einem Drittel der Betroffenen, die sich nicht behandeln lassen, tritt Syphilis nach bis zu zehn Jahren Pause erneut auf. Diese tertiäre Form ist gekennzeichnet durch massive Entzündungen, die letztendlich in eine lebensgefährliche Neurosyphilis münden. Hier sind Nerven, Gehirn und Rückenmark betroffen.

Gonorrhoe (Tripper) radikal behandeln

Ebenfalls durch Bakterien (Neisseria gonorrhoeae) ausgelöst wird die häufigste STD, die Gonorrhoe, umgangssprachlich auch Tripper. Der Name „Tripper“ stammt aus dem Niederdeutschen und bedeutet „tropfen“ – das wichtigste Anzeichen der Krankheit. Das Bakterium führt zu Entzündungen der Harnröhre und des Gebärmutterhalses bei Frauen. Eitriger Ausfluss aus der Vagina der Frau oder der Harnröhre ist also eines der ersten Anzeichen. Die Übertragung erfolgt durch Oral-und/oder Analverkehr über infizierte Schleimhäute (Genitalien, Anus, Mund, Bindehaut). Wird die Infektion nicht radikal mit Antibiotika behandelt, kann die Infektion andere Organsysteme befallen, was unter anderem zu Unfruchtbarkeit und im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen kann.

Geschlechtskrankheiten am besten vorbeugen

Schutz bieten Kondome und Frauenkondome. Diese Präventionsmaßnahmen greifen jedoch nur dann, wenn der sexuelle Kontakt über Scheide/Penis oder Penis/Anus erfolgt. Die meisten STD-Infektionen werden auf diese Weise übertragen. Wer sich also bei einem neuen Partner mit Kondom schützt und die genannten Praktiken nutzt, geht ziemlich sicher. Bei oralen Praktiken können jedoch Infektionen über die Mundschleimhaut weiterhin möglich sein. Sollten Symptome wie Ausfluss, Lymphdrüsenschwellung, Hautveränderungen, Fieber auftreten, sollten Sie so rasch wie möglich einen Arzt aufsuchen. Mit einem einfachen Abstrich und/oder einem Bluttest lässt sich die Ursache der Beschwerden herausfinden und gezielt eine Behandlung einleiten.

Spezielle Gefahr für STD in den Tropen

Außerhalb von Europa, vor allem in den Tropen, grassieren jedoch STDs, die in Westeuoropa so gut wie ausgestorben sind: Ulcus molle (weicher Schanker) und dem Lymphogranuloma venereum. Beide Krankheiten werden durch Bakterien ausgelöst. Beim weichen Schanker bildet sich zuerst eine kleine Papel an der Eintrittsstelle der Bakterien. Später wachsen dort weiche, druckempfindliche Geschwüre. Die ersten Anzeichen beim Lymphogranuloma venereum sind kleine Bläschen im Infektionsbereich, später Knoten und Vernarbungen, die das Gewebe stark verändern können: Lymphrückstau lässt das Gewebe im Intimbereich anschwellen und beispielsweise der Enddarm wird verengt. Beide Krankheiten werden mit Antibiotika behandelt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 28.08.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Monika Preuk, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: AWMF online - S1-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Syphilis 2008
  • Leitlinien und Infomaterial der Deutschen STI-Gesellschaft, 2008/2012
  • Centers for Disease Control and Prevention, Atlanta: Sexually Transmitted Diseases Treatment Guidelines, 2010
  • Informationsmaterial des Robert-Koch-Instituts
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