Stuhlinkontinenz

Stuhlinkontinenz – das bedeutet, Stuhlabgang nicht mehr richtig kontrollieren zu können. Dann ist es wichtig, die Ursachen von einem Arzt abklären zu lassen.

Hämorrhoiden, Fisteln, Störung im Gehirn – Ursachen für Stuhlinkontinenz

Stuhlinkontinenz kann ebenfalls viele verschiedene Ursachen haben und in unterschiedlichen Formen auftreten. Beispielsweise können Hämorrhoiden oder ein Vorstülpen der Darmschleimhaut nach außen dafür sorgen, dass die Schleimhaut des Analkanals nicht mehr richtig wahrgenommen wird. Der Stuhlgang kann dann nicht mehr richtig kontrolliert werden. Auch muskuläre Störungen können zu Stuhlinkontinenz führen – etwa wenn die Beckenbodenmuskulatur zu schwach ist oder Fisteln den Schließmuskel zerstören.

Bei älteren, pflegebedürftigen Menschen tritt häufig die sogenannte neurogene Stuhlinkontinenz auf. Bei dieser Form können die Betroffenen ihren Stuhlgang aufgrund einer Störung im Gehirn oder Rückenmark nicht mehr kontrollieren. Das kann etwa nach einem Schlaganfall, bei Demenz oder einer anderen neurodegenerativen Erkrankung der Fall sein.

Behandlung von Stuhlinkontinenz – manchmal hilft Toilettentraining

Wie bei der Harninkontinenz ist es auch bei der Stuhlinkontinenz wichtig, zu wissen, um welche Form es sich handelt, um sich für die richtige Therapie entscheiden zu können. So sind in manchen Fällen Medikamente oder eine Spülung des Dickdarms einmal pro Tag hilfreich. Bei anderen Formen der Stuhlinkontinenz werden bestimmte Operationen erfolgreich eingesetzt. Ebenfalls sinnvoll ist oft ein sogenanntes Toilettentraining. Dabei geht der Betroffene etwa eine halbe Stunde nach den Mahlzeiten zur Toilette und konzentriert sich auf den Stuhlgang. Starkes Pressen sollte jedoch vermieden werden.
Lässt sich die Stuhlinkontinenz nicht ausreichend behandeln, gibt es bestimmte Hilfsmittel – etwa Analtampons, Einlagen oder Windelhosen –, die dem Betroffenen das Leben erleichtern.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.04.2015
  • Autor/in: Christina Landauer, Medizinredakteurin, vitanet.de; inhaltliche Qualitätssicherung: Dr. Markus Dietl, Pflegewissenschaftler; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Bundesministerium für Gesundheit: Pflegen zu Hause – Ratgeber für die häusliche Pflege (2012): http://www.bmg.bund.de/fileadmin/dateien/Publikationen/Pflege/Broschueren/Broschuere__Pflegen_zu_Hause_Ratgeber_fuer_die_haeusliche_Pflege.pdf
  • Universitätsklinikum Würzburg: Stuhlinkontinenz: http://www.zom-wuerzburg.de/index.php?id=188
  • Robert Koch-Institut: Harninkontinenz (Gesundheitsberichterstattung des Bundes) (2007): http://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsT/harninkontinenz.pdf?__blob=publicationFile
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