Struma (Kropf): Die vergrößerte Schilddrüse

Normalerweise ist die Schilddrüse in ihrer Lage unterhalb des Kehlkopfs von außen nicht sichtbar. Doch aufgrund einer krankhaften Veränderung kann sie sich vergrößern und als Wölbung hervortreten. Eine solche Vergrößerung der Schilddrüse wird als Kropf (Struma) bezeichnet. Die häufigste Ursache dafür ist Jodmangel.

Entstehung eines Kropfes

Die Zellen der Schilddrüse (Thyreozyten) nehmen aus dem Blut Jodid auf, um Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) zu bilden. Ist die Jodidkonzentration im Blut über längere Zeit zu gering, werden mehr Schilddrüsenzellen gebildet und die einzelnen Zellen wachsen. Die gesamte Schilddrüse nimmt dadurch an Volumen zu. Das Wachstum ist eine Anpassungsreaktion der Schilddrüse auf den Jodmangel: Der Körper versucht den Mangel zu kompensieren und das noch vorhandene Jod möglichst effektiv zu nutzen.

Weniger Jodmangel in Deutschland

Durch jodiertes Speisesalz und andere Jodzusätze in der Nahrung wird ein Jodmangelkropf allerdings immer seltener. Heutzutage entsteht er hauptsächlich nur noch dann, wenn erhöhter Bedarf an dem Spurenelement besteht, wie beispielsweise während der Schwangerschaft und Stillzeit. Ein Kropf kann auch ein Symptom anderer Schilddrüsenerkrankungen sein (beispielsweise Morbus Basedow).

Symptome bei einer Struma

Die Symptome für einen Kropf sind beispielsweise ein Druck- und Engegefühl an der betreffenden Stelle sowie Schluckbeschwerden. Außerdem nimmt der Halsumfang durch den Kropf zu. Nach Berichten der Weltgesundheitsorganisation leiden mehr als 200 Millionen Menschen weltweit an einem Jodmangelkropf. Im weiteren Verlauf einer Struma können sich in der Schilddrüse Knoten bilden, so genannte kalte oder heiße Knoten und die Hormonproduktion der Schilddrüse kann gestört werden.

Diagnosestellung bei einem Kropf

Bei Verdacht auf eine Schilddrüsenerkrankung wird der Arzt zuerst den Patienten ausführlich befragen (Anamnese). Die Schilddrüsenvergrößerung kann er dann einfach durch Abtasten und Halsumfangmessen feststellen. Sicherheit geben jedoch Ultraschall, Blutprobe und Szintigrafie. Falls nötig, wird auch eine Schilddrüsenpunktion durchgeführt.

Behandlung bei einer Struma

Um den Jodmangelkropf zu therapieren, stehen dem Arzt verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Jodid in Tablettenform, unterstützt durch jodreiche Ernährung. Oft wird auch eine Kombination von Jodid und Schilddrüsenhormonen verordnet. Meist bildet sich der Kropf dann zurück.

Ist die Erkrankung jedoch schon stark fortgeschritten, wird operiert. Dabei entfernt der Chirurg von der Schilddrüse das überschüssige, erkrankte Gewebe. Nur selten muss die gesamte Schilddrüse herausgeschnitten werden. Auch die Radiojodtherapie ist in manchen Fällen beim Kropf–meistens wenn dabei auch die Schilddrüsenfunktion gestört ist, eine Therapiemöglichkeit.

Einer Struma vorbeugen

Die beste Methode, einem Kropf vorzubeugen, ist eine ausreichende Jodzufuhr. Die Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt in diesem Zusammenhang 180 bis 200 µg. In unserem Ratgeber finden Sie die Empfehlungen zur täglichen Zufuhr von Jodentsprechend dem Alter und den Lebensumständen, sowie eine Liste von Lebensmitteln, die besonders jodreich sind mit genauer Angabe ihres Jodgehalts bezüglich der Menge. Eine Liste mit Adressen und Ansprechpartner beim Thema Jodmangel rundet die Tipps zur Selbsthilfe ab.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.07.2011
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
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