Vorbeugung von Strahlenkrankheit und Strahlenschäden

Um Strahlenschäden und der Strahlenkrankheit vorzubeugen, sollte man sich bei einem atomaren Unfall sowohl vor äußerer Bestrahlung, also der radioaktiven Wolke, wie auch vor innerer Bestrahlung, etwa durch die Aufnahme von radioaktiv belasteter Nahrung, schützen.

Strahlenschäden durch äußere Bestrahlung vorbeugen

Abstand:
Bei der Atomkatastrophe in Japan wurden die Menschen im Umkreis von 20 Kilometern evakuiert. Denn: Abstand zur Strahlenquelle gilt als der beste Schutz überhaupt. Je weiter man weg ist, desto geringer ist die Bestrahlung und desto besser kann Strahlenschäden vorgebeugt werden.

Abschirmung:
Bei einem Unfall werden die Betroffenen gebeten, in ihren Wohnungen und Häusern zu bleiben. Denn bereits eine einige Millimeter dicke Wand schirmt die entstehende Alpha- und Betastrahlung nahezu vollständig ab. Im Inneren des Hauses ist die Strahlenbelastung fünf- bis zehnmal geringer als im Freien. Gegen Gamma-Strahlung hilft umgebendes Erdreich in einem Schutzraum oder einem Keller.

Abwarten:
Je länger sich die Menschen in geschlossenen Räumen aufhalten, desto besser. Ein Großteil der radioaktiven Stoffe zerfällt in relativ kurzer Zeit.

Strahlenschäden durch innere Bestrahlung vorbeugen

Atemluft:
Halten sich die Menschen im Inneren des Hauses auf, stellen Klima- und Lüftungsanlagen ab und schließen Türen und Fenster, wird die Dosis an radioaktiven Stoffen, die über die Atemluft aufgenommen wird, verringert. Ein zusätzlicher Mundschutz ist zwar nicht ausreichend, aber dennoch sinnvoll. Auch er trägt dazu bei, dass weniger radioaktive Stoffe eingeatmet werden.

Nahrungsmittel und Wasser:
Generell dürfen die Betroffenen eines atomaren Unfalls keine kontaminierten Nahrungsmittel oder verstrahltes Wasser zu sich nehmen. Um Strahlenschäden vorzubeugen, wird die Regierung den Menschen vor Ort mitteilen, was sie essen und trinken dürfen und was nicht.

Jodtabletten:

Die Einnahme von Jodtabletten soll davor schützen, dass radioaktives Jod in die Schilddrüse eingelagert wird.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.05.2012
  • Autor/in: Anja Dolski; Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; Christina Wiener, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Radioaktivität und Strahlenschutz; Bundesamt für Gesundheit (Schweiz): http://www.ensi.ch
  • Bundesamt für Strahlenschutz: http://www.bfs.de/de/ion/wirkungen/unfallfolgen.html
  • TORCH-Report: http://www.chernobylreport.org/torch.pdf
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