Ursachen und Risikofaktoren für Strahlenkrankheit und Strahlenschäden: Die Isotope des Cäsiums

Neben den Jodisotopen kommt den Cäsiumisotopen, besonders Cäsium 134 und Cäsium 137, eine große Bedeutung als Ursache für Strahlenschäden bei einem nuklearen Unfall zu. Ebenso wie Jod ist Cäsium ein Spaltprodukt und auch ein leicht flüchtiger Stoff, der beispielsweise bei der Zerstörung des Sicherheitsbehälters des Atomreaktors in Fukushima in großen Mengen freigesetzt wurde.

Wird es zum Beispiel eingeatmet, reichert sich Cäsium in allen Zellen an. Dort wirkt es auf die Prozesse zwischen dem Zellinneren und der Zellumgebung ein, besonders in Muskel- und Nervenzellen. Es führt dann zu einer inneren Bestrahlung des Körpers, insbesondere der Atemorgane.

Cäsium 134 und Cäsium 137: Beta- und Gammastrahlen durchdringen den Körper

Beim Zerfall von Cäsium 134 und Cäsium 137 entsteht die sehr durchdringende Beta-Strahlung. Also eine Strahlung, die relativ weit strahlt. Zusätzlich entsteht beim Beta-Zerfall von Cäsium sogenannte Gamma-Strahlung, eine elektromagnetische Strahlung, wie auch Röntgenstrahlung oder ultraviolette Strahlung. Gamma-Strahlen sind noch durchdringender als Beta-Strahlen. Sie durchdringen menschliches Gewebe bis zu einem Meter weit.

Anreicherung in der Umwelt über Jahre

Im Vergleich zu den meisten Jodisotopen hat radioaktives Cäsium eine relativ hohe Halbwertszeit: Cäsium-137 hat eine Halbwertszeit von 30 Jahren, Cäsium-134 eine Halbwertszeit von zwei Jahren. Nach der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 trug Cäsium 134 in den ersten zwei Jahrzehnten erheblich zu den dort gemessenen Strahlendosen bei. Heute sind nur noch relativ geringe Mengen nachweisbar. Cäsium-137 reicherte sich damals insbesondere im Boden und in Pilzen an. Daher sollten die Menschen in betroffenen Gebieten lange Zeit keine Pilze verzehren.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.05.2012
  • Autor/in: Anja Dolski; Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; Christina Wiener, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Radioaktivität und Strahlenschutz; Bundesamt für Gesundheit (Schweiz): http://www.ensi.ch
  • Bundesamt für Strahlenschutz: http://www.bfs.de/de/ion/wirkungen/unfallfolgen.html
  • TORCH-Report: http://www.chernobylreport.org/torch.pdf
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung