Ursachen und Risikofaktoren für Strahlenkrankheit und Strahlenschäden

Ionisierende Strahlung kann im menschlichen Körper schwere Schäden verursachen. Denn sie zerstört chemische Bindungen und löst in den Zellen des Organismus biochemische Reaktionen aus.

Trifft die Strahlung beispielsweise auf den Zellkern einer Zelle, kann sie dort Veränderungen (Mutationen) auslösen. Bei starker Bestrahlung kann das zum Zelltod führen und die Ursache für die Strahlenkrankheit sein. Bei leichteren Strahlenschäden stirbt die Zelle meist nicht. Sie kann jedoch zum Beispiel ihr Wachstum nicht mehr kontrollieren, was zu Krebserkrankungen führen kann.

Die Art der freigesetzten Stoffe ist entscheidend dafür, welche gesundheitlichen Risiken nach einem atomaren Unfall auftreten. Welche Stoffe bei einem GAU genau freigesetzt werden, hängt stark von Verlauf und Ausmaß der Katastrophe ab. Generell wird dabei in leicht flüchtige und weniger flüchtige Stoffe unterschieden.

Leicht flüchtige Stoffe als Ursachen für Strahlenschäden

Leicht flüchtige Stoffe werden bei einem atomaren Unfall größten Ausmaßes vollständig oder nahezu vollständig freigesetzt. Sie verbreiten sich über die Luft. Je nach Wetterlage können diese Stoffe große Landstriche um den Reaktor kontaminieren.

Zu den leicht flüchtigen Stoffen zählen die Spaltprodukte Jod-131, Jod-133, Cäsium-134 und Cäsium-137. Diesen Stoffen kommt bei einem Unglück die größte Rolle in der Strahlenbelastung zu. Sie haben enorme Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen und sind meist die Ursachen für Strahlenschäden. Leicht flüchtige Stoffe führten auch beim Reaktorunglück von Tschernobyl zur größten Strahlenbelastung.

Weniger flüchtige Stoffe als Ursachen für Strahlenschäden

Weniger flüchtige Stoffe, wie die Isotope des Elements Strontium oder des Plutoniums, werden hingegen nur freigesetzt, wenn es zu einer Explosion mit extrem hoher Hitzeentwicklung kommt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.11.2012
  • Autor/in: Anja Dolski; Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; Christina Wiener, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Radioaktivität und Strahlenschutz; Bundesamt für Gesundheit (Schweiz): http://www.ensi.ch
  • Bundesamt für Strahlenschutz: http://www.bfs.de/de/ion/wirkungen/unfallfolgen.html
  • TORCH-Report: http://www.chernobylreport.org/torch.pdf
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