Symptome der Strahlenkrankheit

Ionisierende Strahlung löst in Abhängigkeit von der Dosis, der Einstrahlungszeit und der Größe der Einwirkfläche unterschiedliche Schäden aus. Am ehesten kommt es zu Schäden durch radioaktive Stoffe bei Strahlenunfällen, Reaktorunfällen und Atomwaffenexplosionen.

Leichtere Strahlenschäden lösen meist keine direkten Symptome aus. Sie verursachen Veränderungen in den Zellen des Organismus. Die Zellen verlieren aber zunächst nicht ihre Funktion. Langfristig können die Veränderungen jedoch zu Folgeerkrankungen wie etwa Krebs führen.

Diese Symptome treten bei Strahlenkrankheit auf

Anders verhält es sich bei der Strahlenkrankheit. Menschen, die sich bei einem schweren atomaren Unfall noch im direkten Umfeld des Reaktors aufhalten, können einer sehr hohen Strahlenbelastung ausgesetzt werden.

Diese extreme Strahlenbelastung kann je nach Dosis relativ schnell zu Symptomen wie Übelkeit, Hautveränderungen, Blutungen im Magen-Darmtrakt, massiven Durchfällen mit Störung des Elektrolythaushalts und anschließendem Kreislaufversagen führen. Starke Störungen im Nervensystem haben rasch Lähmungen, Koma und meistens den Tod zur Folge. Auch gehören schwerste Beeinträchtigungen des blutbildenden Systems wie des Knochenmarks zum Bild der Strahlenkrankheit.

Je nach Strahlenbelastung können die Symptome innerhalb weniger Minuten nach einem Unfall oder erst bis zu 90 Tage nach der Strahleneinwirkung auftreten. Die Überlebenschancen hängen davon ab, wie viel Prozent des Körpers welcher Intensität an Strahlung ausgesetzt wurden.

Generell gelten die folgenden Richtwerte für die Strahlenkrankheit: Eine Dosis bis zu einem Sievert (Sv, Einheit der Strahlenbelastung in biologischen Organismen) verursacht eine Strahlenkrankheit mit milden Symptomen. Bei bis zu 2,5 Sv können innerhalb weniger Tage die Symptome Erbrechen und Übelkeit auftreten. Bei einer Strahlendosis ab etwa 6 Sv endet die Krankheit immer tödlich. Vorher haben die Betroffenen oft eine Phase der kurzzeitigen Erholung durchgemacht, die man auch die Walking-Ghost-Phase nennt.

Bei einer Dosis über acht bis neun Sv ist die Zeit bis zum Tod stark verkürzt. Der Tod tritt dann in der Regel innerhalb einer Woche ein. Bei einer Dosis von über zehn Sv kommt es sehr rasch zu komatösen Zuständen, da das Nervensystem versagt. Ab 80 Sv ist mit dem sofortigen Tod zu rechnen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.11.2012
  • Autor/in: Anja Dolski; Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; Christina Wiener, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Radioaktivität und Strahlenschutz; Bundesamt für Gesundheit (Schweiz): http://www.ensi.ch
  • Bundesamt für Strahlenschutz: http://www.bfs.de/de/ion/wirkungen/unfallfolgen.html
  • TORCH-Report: http://www.chernobylreport.org/torch.pdf
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