Sonnenbrand (Dermatitis solaris)

Ein Sonnenbrand (Dermatitis solaris) ist eine akute Entzündung der Haut. Er entsteht durch ein Übermaß an UV-Strahlen. Wie hoch die noch verträgliche Dosis ist, ist individuell – je nach Hauttyp – verschieden.

Sonnenschutz Frau mit Sonnenhut © Thinkstock
Hellhäutige Menschen mit blondem oder rötlichem Haar und Sommersprossen sind beispielsweise besonders stark gefährdet. Sie haben bei mittlerer Sonnenintensität eine natürliche Eigenschutzzeit von maximal fünf bis zehn Minuten. Durch Sonnenschutzmittel kann sie verlängert werden.

Die Dosis macht das Gift

Die Haut kennt eine Reihe von Schutz- und Reparaturmechanismen. So können UV-Strahlen in kleinen Mengen keinen Schaden anrichten. Wenn sie auf die Haut treffen, reagiert der Körper mit der Bildung von Pigmentzellen. Diese sondern Melanin (brauner Farbstoff) ab – die Haut wird braun. Melanin wird in den obersten Hautschichten eingelagert. Der Farbstoff wandelt die Strahlungsenergie in Wärmeenergie um, sodass weniger freie Radikale entstehen können.

Durch das Sonnenlicht erhöht sich gleichzeitig die Zellteilungsrate in der Haut. Die Hornschicht in der Oberhaut wird dicker und es entsteht eine Lichtschwiele. Sie resorbiert vor allem UV-B-Strahlen, was ein tieferes Eindringen in die Haut erschwert. Experten haben berechnet, dass dadurch ein Sonnenschutzfaktor von drei bis vier erreicht wird. Die Betroffenen können dann drei- bis viermal länger in der Sonne bleiben, bevor es zu schädigenden Einflüssen kommt.

Wenn der natürliche Eigenschutz jedoch überstrapaziert wird, dringen die UV-Strahlen in die tieferen Hautschichten ein. Dort lösen die UV-B-Strahlen die Ausschüttung entzündungsfördernder Stoffe (Prostaglandine) aus. Die Haut rötet sich, schwillt an und es kommt zu den typischen Sonnenbrandsymptomen.

Gleichzeitig entstehen durch UV-B- und UV-A-Strahlen zellzerstörende freie Radikale, die das Erbmaterial der Zellen schädigen können. Mit jedem Sonnenbrand steigt das Risiko für Hautkrebs. UV-Strahlen können außerdem bei empfindlichen Personen eine Lichtdermatose (Sonnenallergie) auslösen. Auch an diesen Prozessen sind freie Radikale beteiligt (zellzerstörende Verbindungen).

UV-Strahlen lassen die Haut altern

Alle UV-Strahlen fördern die Hautalterung. Bei häufigem, ungeschütztem Aufenthalt in der Sonne wird die Haut früher faltig und bekommt Pigmentflecken. Neuere Erkenntnisse weisen darauf hin, dass beim Eigenschutz der Haut das natürliche Verhältnis von UV-A- und UV-B-Strahlen eine Rolle spielt. Bei Strahlung mit anderen Verhältnissen ist der Eigenschutz der Haut nicht optimal. Achten Sie daher bei Sonnenschutzmitteln auf ausgewogene UV-A- und UV-B-Filter.

Das Tückische beim Sonnenbrand ist, dass man die schädigende Wirkung der UV-Strahlen zunächst nicht bemerkt. In den meisten Fällen machen sich die Symptome erst sechs bis 24 Stunden später bemerkbar. Einzige Hilfe ist dann, die Sonne zu meiden und vor allem mit Kühlung und Feuchtigkeitsversorgung den Schaden so gering wie möglich zu halten. Auch eine erhöhte Trinkmenge kann die Behandlung unterstützen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.04.2013
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
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