Symptome der Refluxkrankheit: Leitsymptom Sodbrennen

Im Magen werden täglich etwa zwei Liter Verdauungssaft gebildet. Chemisch gesehen handelt es sich dabei um eine Säure. Bakterien und Parasiten, die in den Magen gelangen, werden dadurch abgewehrt. Gleichzeitig ist das saure Milieu Voraussetzung, damit die Verdauung funktioniert.

Die Magenwände selbst sind durch eine Schleimschicht effektiv gegen die Magensäure geschützt. Die Zellen der Speiseröhre haben diesen Schutz nicht. Das ist normalerweise auch nicht nötig, denn ein Schließmuskel am Mageneingang verhindert das Zurückfließen (Reflux) der Magensäure. Wenn dieses Ventil jedoch undicht wird, kann der Magensaft die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre verätzen, man bekommt Sodbrennen und verspürt die typischen brennenden Schmerzen. Langfristig kann es zu Entzündungen in der Speiseröhre kommen (Refluxösophagitis). Eine übermäßige Säureproduktion des Magens kann die Symptome verstärken.


Folgende begleitende Symptome können bei der Refluxkrankheit auftreten:

  • saures Aufstoßen
  • Schluckbeschwerden
  • Oberbauchbeschwerden
  • Schmerzen hinter dem Brustbein

Symptome der Refluxkrankheit

Ein kurzfristiger Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre, der sich als „saures Aufstoßen“ nur selten einstellt, ist sicher eine harmlose Erscheinung. Tritt Sodbrennen aber häufig nach dem Essen und auch nachts im Schlaf auf, ist es als Warnzeichen für eine Refluxkrankheit zu werten.

Sodbrennen ist das leitende Symptom der Refluxkrankheit: jener brennende Schmerz im Hals- und Brustbereich, der entsteht, wenn beim Rückfluss von ätzender Magensäure die Schleimhaut der Speiseröhre geschädigt wird. Ein unangenehmer Reflux bis in den Mund kommt besonders häufig beim Vorbeugen des Oberkörpers, beim Bücken oder im Liegen vor.

Sodbrennen ist nicht das einzige Symptom einer Refluxkrankheit

Saures Aufstoßen, Sodbrennen und Brennen in der Magengegend sind als klassische Symptome der Refluxerkrankung bekannt. Aber wer würde schon chronische Heiserkeit und Räusperzwang damit in Zusammenhang bringen? Erstaunlicherweise weisen nach wissenschaftlichen Untersuchungen viel mehr Patienten chronische Heiserkeit, Husten- und Räusperzwang als einziges Symptom auf. Zu erklären ist dieses Phänomen wahrscheinlich durch eine Reizung des Vagusnervs beim Reflux von Magensaft in die Speiseröhre. Diese Nervenreizung könnte über Schaltungen im Gehirn den Räusper- und Hustenzwang auslösen.

Aber auch nächtliche Asthma-Anfälle können durchaus ein Symptom der Refluxkrankheit sein, bei dem kleinste Mengen sauren Magensafts bis in die Atemwege gelangen und die krampfartige Verengung der Bronchien auslösen können.

Länger andauerndes Sodbrennen unbedingt ernst nehmen

Chronisches Sodbrennen und länger andauernde Refluxerscheinungen müssen ernst genommen werden. Wenn die Beschwerden länger als drei bis vier Wochen anhalten, sollten Sie unbedingt einen Arzt um Rat fragen. Denn eine Speiseröhrenentzündung (Refluxösophagitis) als Folge von Sodbrennen kann weitere ernste Komplikationen nach sich ziehen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.02.2014
  • Autor/in: Dr. med. Gerlind Souza-Offtermatt, Ärztin und Medizinjournalistin; Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Deutsches Ernährungsberatungs- und Informationsnetz www.ernaehrung.de
  • Innere Medizin - Gotthard Schettler, Heiner Greten 9. Auflage 1998 Thieme Verlag
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