Skoliose (Skoliosis)

Zwischen dem 8. und 15. Lebensjahr spielt vor allem bei den Mädchen die seitliche Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose) eine große Rolle. Bei dieser Veränderung gerät die gesamte Wirbelsäule aus dem Lot. Der Oberkörper verkürzt sich.

Wegen der die Skoliose begleitenden Rotation der Wirbelkörper und der mit den Wirbeln verbundenen Rippen, entsteht als Symptom eine Vorwölbung, die umgangssprachlich als Rippenbuckel bezeichnet wird.

Die Skoliose schreitet in aller Regel nach Abschluss des Wachstums nicht weiter fort. Da die seitliche Wirbelsäulenverbiegung während des Wachstums recht gut beeinflusst werden kann, sollte sie unbedingt konsequent behandelt werden. Je nach Schwere wird eine krankengymnastische Therapie, die Versorgung eines stützenden Korsetts oder sogar eine Operation notwendig.

Kann auch eine Beinlängenveränderung zur Skoliose führen?

Durch eine Beinverkürzung kann eine seitliche Ausbiegung der Wirbelsäule entstehen, ohne dass dabei eine echte Skoliose vorliegt. Die Natur hat uns nur selten völlig symmetrisch angelegt. Auch unser Gesicht ist nicht regelmäßig, viele Menschen haben eine Schokoladenseite. Genauso variiert die Beinlänge, wenngleich es sich im Allgemeinen nur um wenige Millimeter bis etwa zwei Zentimeter handelt.

Größere Beinlängendifferenzen sind meist Folge eines Unfalles. Durch die natürliche Beinlängendifferenz entsteht ein Schiefstand des Beckens. Dadurch verbiegt sich die Wirbelsäule in der Regel mit der konvexbogigen Seite zum verkürzten Bein hin. Im Gegensatz zur echten Skoliose lässt sich diese statische Ausbiegung jedoch durch eine erhöhte Sohle leicht ausgleichen, die Wirbelsäule steht nun wieder im Lot.

Bei einer stärkeren Beinverkürzung ist ein Ausgleich sinnvoll, da Überlastungsbeschwerden der Wirbelsäule und Formveränderungen am wachsenden Skelett vermieden werden. Stellt man bei Patienten mit chronischen Rückenschmerzen eine Beinverkürzung fest, dann kann man den Absatz erhöhen oder eine dickere Einlage verordnen. Häufig vergehen die Beschwerden danach spontan. Der Ausgleich sollte allerdings dauernd getragen werden, um der Wirbelsäule eine häufige Umstellung zu ersparen.
Kein Grund zur Sorge:
Die Feststellung einer Beinverkürzung bei Ihrem Kind oder bei Ihnen selbst braucht Sie nicht zu ängstigen. Eine Krankheit im eigentlichen Sinne liegt nicht vor.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.04.2011
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: www.leitlinien.net : Bandscheibenbedingte Ischialgie, Stand April 2002
  • www.orthopaede.com : Wirbelsäule
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