Sexuell übertragbare Krankheiten (Sexually Transmitted Disease STD)

Weil sexuell übertragbaren Krankheiten – mit Ausnahme von HIV/AIDS – meistens gut behandel- und heilbar sind, werden viele Menschen leichtsinnig und versäumen, sich beim Sex wirksam zu schützen. So steigt die Anzahl der Neuinfektionen von Syphilis und Gonorrhoe wieder.

Weltweit leiden bis zu 400 Millionen Menschen unter einer sogenannten STD (Sexually Transmitted Disease, sexuell übertragbare Erkrankung oder Infektionen, so der medizinische Fachbegriff). 125 Millionen infizieren sich jährlich neu. Zwar bekommen immer weniger Menschen HIV/AIDS, doch die Zahlen bei Syphilis und Gonorrhoe (Tripper) nehmen zu. Die Anzahl der Syphilis- und Gonorrhoeinfektionen stieg in den letzten Jahren um mehr als 200 Prozent, vor allem in Städten und Ballungsräumen. Die häufigste STD ist jedoch eine Infektion mit Chlamydien. Die WHO schätzt weltweit 89 Millionen Neuinfektionen mit Chlamydien. Unbehandelt kann eine Infektion mit diesen Bakterien Mann und Frau unfruchtbar machen.

Syphilis durchläuft mehrere Stadien

Das Bakterium Treponema palladium ist Auslöser der Syphilis (auch als Lues oder harter Schanker bezeichnet). Beim Geschlechtsverkehr, aber auch über feuchte Haut und kleinste Hautverletzungen werden die Krankheitserreger übertragen. Anfangs bildet sich nur ein roter Hautfleck an der Eintrittspforte der Bakterien. Unbehandelt geht diese primäre Form der Syphilis nach Wochen bis Jahren in eine sekundäre und tertiäre über.

Gonorrhoe kann zur Blutvergiftung führen

Ebenfalls durch Bakterien (Neisseria gonorrhoeae) wird eine weitere STD verursacht: die Gonorrhoe, umgangssprachlich auch Tripper genannt. Die Ansteckung erfolgt über die Schleimhäute – nicht nur im Genitalbereich, sondern auch an Mund und Augen. Wird Gonorrhoe nicht radikal behandelt, droht im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung (Sepsis).

Regelmäßig auf Chlamydien testen

Rund 13 Prozent der sexuell aktiven jungen Frauen in Deutschland sind mit diesen Bakterien infiziert. Weil eine Chlamydieninfektion oft symptomlos verläuft und Betroffene deshalb nicht zum Arzt gehen und die Erkrankung nicht behandelt wird, können die Erreger mit dem Geschlechtsverkehr immer weitergegeben werden. Deshalb wurde ein spezielles jährliches Chlamydien-Screening eingerichtet, das sexuell aktive Frauen nutzen sollten. Für Frauen bis zur Vollendung ihres 25. Lebensjahres ist dieser Urintest Bestandteil des Katalogs der Gesetzlichen Krankenkassen.

Behandlung und Vorbeugung von STDs

Die drei aufgeführten STDs – Syphilis, Gonorrhoe und Chlamydieninfektionen – sind mit Antibiotika erfolgreich zu behandeln. Besser ist es jedoch, gezielt Präventionsmaßnahmen zu ergreifen und sich erst gar nicht mit den Krankheitserregern zu infizieren. Die wichtigste Maßnahme dabei ist die Verwendung eines Kondoms oder Frauenkondoms. Denn die Haupteintrittspforte für die Bakterien sind Vagina, Anus und Penis.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 28.08.2012
  • Autor/in: Monika Preuk, Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: AWMF online - S1-Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Syphilis 2008
  • Leitlinien und Infomaterial der Deutschen STI-Gesellschaft, 2008/2012
  • Centers for Disease Control and Prevention, Atlanta: Sexually Transmitted Diseases Treatment Guidelines, 2010
  • Informationsmaterial des Robert-Koch-Instituts
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