Sehnenriss

Die Aufgabe der Sehnen ist es, die Kräfte von der Muskulatur auf die Knochen zu übertragen. Damit sich die Sehne möglichst reibungslos bewegen kann, befindet sich um sie herum häufig eine Gleitschicht, die sogenannte Sehnenscheide.

Die Sehnen bestehen aus Kollagenfasern, wodurch sie hohen Zugbelastungen standhalten können. Jedoch ist dadurch ihre Blutversorgung eingeschränkt, was wiederum eine langsamere Anpassung an Belastungen und eine schlechtere Regeneration zur Folge hat. Ungefähr ab dem 30. Lebensjahr nimmt die Elastizität der Sehnen ab. Das macht die Sehnen anfälliger für Verletzungen – zum Beispiel Sehnenreizungen, Achillessehnenverletzungen oder Sehnenrisse.

Zu einem Anriss oder Riss (Ruptur) – auch einer gesunden Sehne – kann es kommen, wenn auf die Sehne eine sehr große Kraft von außen einwirkt. Besonders gefährdet sind jedoch Sportler mit Vorschäden.

Symptome eines Sehnenrisses

Bei einem Sehnenriss zeigen sich Symptome wie akute Schmerzen sowie ein Funktionsverlust des entsprechenden Skelettteils. Gleich nach der Verletzung kann eine Delle zu erkennen sein, die jedoch nach mehreren Stunden, bedingt durch die zunehmende Schwellung, wieder verschwindet.

Behandlung eines Sehnenrisses

Bei einem Sehnenriss hängen die Behandlungsmöglichkeiten von der Lage der Sehnenenden ab: Wenn sie nahe beieinanderliegen, besteht die Möglichkeit, dass sie ohne Operation von selbst wieder zusammenwachsen. Ist der Abstand zwischen den Sehnenenden größer, vernäht der Arzt sie. Diese Operation wird vor allem Sportlern empfohlen. Im Gegensatz zu Muskeln lässt sich Sehnengewebe sehr gut nähen. Der Patient kommt jedoch mit oder ohne Operation nicht darum herum, das betroffene Gelenk längere Zeit ruhigzustellen. Bis zu sechs Wochen kann die Heilung der Sehne in Anspruch nehmen. Bis der Betroffene wieder Sport treiben darf, können mehrere Monate vergehen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.03.2015
  • Autor/in: Beatrix Deiß, Medizinredakteurin; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätskontrolle: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Plesch, Christian/ Sieven, Rainer, Trzolek, Dieter: Handbuch Sportverletzungen. Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2009.
  • Sportunfälle – Häufigkeit, Kosten, Prävention. Von Gläser, Heribert, (ARAG Allgemeine Versicherungs-AG), Henke, Dr. rer. nat. Thomas (Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Sportmedizin). Herausgeber: ARAG Allgemeine Versicherungs-AG.
  • Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP): 10 Goldene Regeln für gesundes Sporttreiben, 2004.
  • Deutscher Olympischer Sportbund, www.richtigfit.de
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., www.dge.de
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