Schwindel (Vertigo)

Plötzlich scheint für den Bruchteil von Sekunden sich alles um einen zu drehen und der Boden zu schwanken – das hat wahrscheinlich schon jeder einmal erlebt und ist harmlos. Tritt Schwindel jedoch ausgeprägt oder wiederholt auf, wird er als behandlungsbedürftig eingestuft.

Windrad © Thinkstock

Verschiedene Formen von Schwindel

Doch Schwindel ist nicht gleich Schwindel. Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Formen. Je nachdem, wie sich die Anzeichen ausdrücken und wo die Störung lokalisiert ist, wird Schwindel medizinisch eingeteilt. Man unterscheidet den peripheren und den zentralen Schwindel, den nichtvestibulären Schwindel und den psychogenen Schwindel. Diese Schwindelarten gehen mit unterschiedlichen Schwindelrichtungen einher.

Die am häufigsten auftretenden Arten sind der Drehschwindel, der sich anfallsartig oder dauerhaft zeigen kann. Daneben gibt es noch den Lagerungsschwindel. Er tritt auf, wenn der Kopf seitwärts, nach oben oder unten geneigt wird. Eine weitere Gruppe bilden so genannte Schwank- oder Bewegungsschwindel, die mit Fallneigung und Benommenheit einhergehen. Auch vertikal bezogene sogenannte Liftgefühle können auftreten. Oft kommen weitere Symptome hinzu, wie Übelkeit, Schweißausbrüche und Seh-und Sprechstörungen.

Schwindel: Störung des Gleichgewichts

Die Ursache für Schwindel ist meist eine Störung im Gleichgewichtssystem (vestibuläres System). Das Gleichgewichtssystem besteht aus Gleichgewichtsorgan im Innenohr (direkt neben dem Hörorgan, der Hörschnecke), Gleichgewichtsnerv und den betreffenden Nervenbahnen im Gehirn. Gemeinsam mit Lageempfinden und Sehen ermöglicht es, dass die Körperstatik stimmt, das Blickfeld ruhig ist und wir uns gemäß unserer Umgebung richtig orientieren. Das reibungslose Zusammenspiel dieses Netzwerks ermöglicht also, dass wir uns – egal in welcher Körperhaltung – im Gleichgewicht mit unserer Umgebung befinden.

Bereits kleinste Unstimmigkeiten in diesem System können zu Schwindelattacken führen. Auslöser dafür sind verschiedene Krankheiten, etwa Entzündungen des Gleichgewichtsnervs, aber auch Bluthochdruck, Herz- oder Rückenprobleme sowie Depressionen.

Sorgfältige Untersuchungen bei Schwindel

Um dem auf den Grund zu gehen, die Ursache für Schwindel aufzudecken und die passende Behandlung einzuleiten, stehen verschiedene Diagnosemöglichkeiten zur Verfügung, etwa Gleichgewichtsprüfungen, Hör- und Sehtests. Auch internistische, neurologische und psychiatrische Untersuchungen sind manchmal sinnvoll.

Therapien gegen Schwindel

Je nachdem, was die Untersuchungen ergeben haben, was also der Auslöser für den Schwindel ist, verordnet der Arzt spezielle Bewegungsübungen (physikalisch-medizinische Befreiungsmanöver und Gleichgewichtstraining), Medikamente oder psychologisch-psychotherapeutische Behandlungsverfahren. Nur in seltenen Fällen ist eine Operation angeraten. So unterschiedlich die Therapieoptionen sind – eines haben alle Behandlungsmethoden bei Schwindel gemein: Die Heilungschancen sind meistens groß und liegen beispielsweise mit den Bewegungsübungen bei 98 Prozent.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.05.2012
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Monika Preuk, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie; 4. überarbeitete Auflage 2008, S. 654 ff, ISBN 978-3-13-132414-6; Georg Thieme Verlag Stuttgart
  • Informationsmaterial des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums für Schwindel, Gleichgewichts- und Augenbewegungsstörungen des Klinikums der Universität München, 2011
  • Informationsmaterial vom Berufsverband der HNO-Ärzte im Netz 2011
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