Vorzeitige Plazentalösung in der Schwangerschaft

Normalerweise trennt sich der Mutterkuchen (Plazenta) erst nach der Geburt von der Gebärmutterwand. Bei 0,2 bis 1,1 Prozent aller Schwangeren löst sich die normalsitzende Plazenta aber schon während der Schwangerschaft ganz oder teilweise. Eine vorzeitige Plazentalösung ist sowohl für das Kind wie auch die Mutter gefährlich.

Für das Kind besteht bei einer vorzeitigen Plazentalösung akute Lebensgefahr: Die Verbindung zur Mutter ist unterbrochen und die Versorgung nicht mehr gesichert. Auch für die Mutter ist diese Situation sehr riskant – und damit immer ein Notfall.

Ursachen einer vorzeitigen Plazentalösung während der Schwangerschaft

Die genauen Ursachen einer Plazentalösung können nicht immer ermittelt werden – infrage kommen Unfälle oder Stürze, vor allem aber auch eine Präeklampsie.

Symptome bei einer vorzeitigen Plazentalösung

Den Hinweis auf die Plazentalösung geben plötzliche, starke Schmerzen im Unterleib sowie oft auch vaginale Blutungen. Meistens schmerzt die Gebärmutter (Uterus) nicht nur bei Druck, sondern ist auch hart wie ein Brett – Mediziner sprechen dann von einem „Holzuterus“.

Kommt eine Schwangere mit Verdacht auf eine vorzeitige Plazentalösung in die Klinik, stellt der Arzt aufgrund des Blutverlusts typische Schockzeichen fest: Die kindlichen Herztöne sind kaum zu hören und das Kind und seine Gliedmaßen sind nur schwierig zu ertasten.

Therapie einer vorzeitigen Plazentalösung während der Schwangerschaft

Eine Plazentalösung ist ein Notfall. Treten Symptome auf, die darauf hinweisen, sollte sofort der Arzt beziehungsweise ein Krankenwagen gerufen werden. Die Schwangere darf nicht mehr herumlaufen, sondern muss sich hinlegen. Wenn es für Mutter und Kind vertretbar ist, wird das Kind mithilfe eines Kaiserschnitts entbunden. Ist das Kind bereits gestorben, wird meist eine vaginale Geburt eingeleitet.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.02.2017
  • Autor/in: Dr. med. Müller de Cornejo, Ärztin für Allgemeinmedizin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin