Übungswehen und Vorwehen in der Schwangerschaft

Schon ab der 20. Woche der Schwangerschaft kann es zu Muskelkontraktionen kommen: Die Gebärmutter zieht sich in unregelmäßigen Abständen zusammen. Es handelt sich um Übungswehen– auch „wilde“ Wehen oder Braxton-Hicks-Kontraktionen genannt. Etwa drei bis vier Wochen vor der Geburt gehen diese Kontraktionen in die Vorwehen (Senkwehen) über. Diese Formen der Wehen werden Schwangerschaftswehen genannt.

Besorgte Schwangere mit ihrem Partner © Thinkstock
Man unterscheidet die Schwangerschaftswehen von den Geburtswehen. Am Geburtstermin gehen die arrhythmischen Senkwehen in die koordinierten Eröffnungswehen über. Mit den Austreibungs- und Presswehen wird das Kind geboren. Die Plazenta wird anschließend durch die Nachgeburtswehen ausgestoßen.

Ursachen für Übungswehen und Vorwehen

Nach der zwölften Schwangerschaftswoche beginnt der Fötus, schneller zu wachsen als die Gebärmutter. Ab etwa diesem Zeitpunkt kann das Wachstum der Gebärmutter für die Schwangere in Form von Muskelkontraktionen – den sogenannten Übungswehen – spürbar werden. Dies kommt jedoch nicht bei jeder Schwangeren vor. Im weiteren Schwangerschaftsverlauf stellen die Kontraktionen für die Gebärmutter ein gutes Training für die Geburtswehen dar. Besonders gegen Ende der Schwangerschaft können sie bis zu zehnmal am Tag auftreten und dann auch in die Phase der Senkwehen (Vorwehen) übergehen, die ebenfalls noch nicht rhythmisch und drängend sind.

Symptome bei Übungswehen und Vorwehen

Viele Frauen spüren die Übungs- und Vorwehen nicht. Andere erleben sie sogar als ein bisschen schmerzhaft oder erschrecken, weil sie sie für vorzeitige Wehen halten. Der Unterschied ist: Übungs- und Vorwehen dauern nur ein paar Sekunden lang, treten unregelmäßig auf und werden auch nicht stärker. Im Laufe der Schwangerschaft können sie zwar intensiver werden, sie bleiben aber weiterhin unregelmäßig und unvorhersehbar. Typischerweise ebben diese Schwangerschaftswehen nach einer Weile wieder ab. Am Muttermund sind, im Gegensatz zu den Geburtswehen, keine Veränderungen festzustellen.

Mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt sollten Sie Kontakt aufnehmen, wenn die Wehen rhythmisch auftreten, an Intensität zunehmen oder wenn Sie blutigen oder wässrigen vaginalen Ausfluss haben. Wenn der errechnete Geburtstermin nicht unmittelbar bevorsteht, könnten die Wehen vorzeitig eingetreten sein. Haben Sie den errechneten Geburtstermin in etwa erreicht, dann steht wahrscheinlich die Geburt bevor.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.02.2017
  • Autor/in: Dr. med. Müller de Cornejo, Ärztin für Allgemeinmedizin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin