Verstopfung in der Schwangerschaft

Hormonell bedingt oder durch ballaststoffarme Ernährung kann es in der Schwangerschaft zu Verstopfung kommen, die allerdings durch Ernährungsumstellung, Bewegung oder in Absprache mit dem Gynäkologen mit milden Abführmitteln behandelt werden kann.

Frau sitzt auf der Toilette © iStock

Ursache für Verstopfungen in der Schwangerschaft

Schwangere neigen zu Stuhlverstopfung, weil mehrere entsprechende Faktoren zusammentreffen können:
  • Die Hormone, die die Schwangerschaft unterstützen, entspannen die Darmmuskulatur, sodass der Stuhl länger im Darm verbleibt und ihm in dieser Zeit mehr Wasser entzogen wird. Der Stuhl wird fest und die Darmentleerung erschwert. Das wiederum kann Hämorrhoiden begünstigen.
  • Präparate mit Eisen gegen Anämie fördern die Verstopfung.

Symptome einer Verstopfung

Wenn es vorkommt, dass Sie einen Tag lang keinen Stuhlgang haben, obwohl Sie es anders gewohnt sind, kann das für Sie zwar unangenehm sein – eine echte Verstopfung ist es aber noch nicht. Diese macht sich typischerweise so bemerkbar:
  • Sie haben zwei oder drei Tage lang keinen Stuhlgang. (Achtung: Wenn es auch nach drei Tagen nicht zur Darmentleerung kommt, sollten Sie unverzüglich zum Arzt gehen.)
  • Sie haben ein Völlegefühl, fühlen sich unwohl und schlapp.
  • Ihr Stuhl ist hart.
  • Die Stuhlentleerung ist schmerzhaft. Es kann zu leichten Blutungen kommen, weil sich Hämorrhoiden gebildet haben.

Gegenmaßnahmen bei Verstopfung während der Schwangerschaft

Wenn es darum geht, Beschwerden zu lindern und ausnahmsweise die Darmentleerung sanft zu beschleunigen, gibt es auch für Schwangere geeignete, milde Abführmittel – etwa Lactulose, die aber erst nach Absprache mit dem Gynäkologen eingenommen werden sollten. Wohltuend kann auch ein Mikroklist aus der Apotheke sein – ein kleiner Einlauf, der schon nach Minuten eine Entleerung herbeiführt. Ein richtiger Einlauf, auch als „hoher Einlauf“ bezeichnet, kommt für Schwangere nicht infrage.

Verstopfungen in der Schwangerschaft vorbeugen

Verstopfungen sind nicht nur sehr unangenehm, sie begünstigen auch Hämorrhoiden und Analfissuren. Sie können vorbeugen, indem Sie
  • ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen (eineinhalb bis zwei Liter Wasser oder Tee am Tag)
  • Obst und Gemüse essen (die Ballaststoffe füllen den Darm und trainieren ihn)
  • sich regelmäßig bewegen (30 Minuten Spazierengehen am Tag regt die Verdauungstätigkeit an)
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.02.2017
  • Autor/in: Dr. med. Müller de Cornejo, Ärztin für Allgemeinmedizin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin