Vena-cava-Syndrom in der Schwangerschaft

Manche Frauen leiden in der Schwangerschaft unter dem sogenannten Vena-cava-Syndrom, das unter anderem zu Kreislaufstörungen führt.

Frau mit Vena-cava-Syndrom leidet unter Schwindelgefühl © iStock
Vena cava ist die lateinische Bezeichnung der großen Hohlvene, die das Blut aus dem Körper direkt zum rechten Vorhof des Herzens transportiert. Sie besteht aus der oberen (mit dem Blut aus den Körperabschnitten oberhalb des Zwerchfells) und der unteren Hohlvene (mit dem Blut aus den Körperabschnitten unterhalb des Zwerchfells). In der fortgeschrittenen Schwangerschaft kann es passieren, dass das Kind auf die untere Hohlvene (Vena cava inferior) drückt und es zu Kreislaufstörungen kommt, weil der Rückstrom des Blutes zum Herzen behindert wird.

Ursachen des Vena-cava-Syndroms während der Schwangerschaft

Die Gefahr eines Vena-cava-Syndroms – genauer gesagt: eines Vena-cava-inferior-Syndroms – ist dann gegeben, wenn die Mutter in der fortgeschrittenen Schwangerschaft längere Zeit auf dem Rücken liegt. Durch die große Gebärmutter wird dabei Druck auf die Vena cava ausgeübt, die direkt zwischen der Gebärmutter und der Wirbelsäule verläuft. Dann kann das Blut aus der unteren Körperhälfte nicht mehr zum Herzen zurücktransportiert werden. Es kommt nur sehr selten zu dieser schweren Komplikation, weil die Mutter normalerweise aufwacht, wenn ihr Körper eine verminderte Sauerstoffzufuhr bemerkt, und sich intuitiv auf die Seite dreht.

Symptome des Vena-cava-Syndroms

Die Schwangere spürt den Sauerstoffmangel als Schwindelgefühl und Herzrasen. In schweren Fällen kann es auch zum Schock und zur Bewusstlosigkeit kommen und beim Ungeborenen zu einer Mangelversorgung führen, die eine Fehlgeburt verursachen kann.

Gegenmaßnahmen beim Vena-cava-Syndrom

Für gewöhnlich verschwinden die Symptome schon innerhalb von ein paar Minuten, wenn die Schwangere sich auf die – vorzugsweise linke – Seite dreht.

Vorbeugung gegen das Vena-cava-Syndrom

Die sicherste Vorbeugung gegen das Vena-cava-Syndrom ist, nicht auf dem Rücken zu schlafen. Die Seitenlage ist gut und die Lage auf der linken Seite ist am besten, weil die Vena cava rechts entlang der Wirbelsäule verläuft und bei Linkslage entlastet wird. Wenn Sie eine gewohnheitsmäßige „Rückenschläferin“ sind und sich nur schwer an die Seitenlage gewöhnen können, helfen Sie sich mit Kissen:
  • Legen Sie sich auf die linke Seite, das linke Bein ist gestreckt.
  • Winkeln Sie das rechte Bein an, und legen Sie ein Kissen unter das Knie.
  • Kissen im Rücken schützen Sie davor, nach dem Einschlafen zurückzurollen. Es gibt übrigens auch bequeme Lagerungshilfen im Sanitätsfachhandel, mit denen Sie gut und sorglos schlafen können.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.02.2017
  • Autor/in: Dr. med. Müller de Cornejo, Ärztin für Allgemeinmedizin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin