Plazenta praevia in der Schwangerschaft

Aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet Plazenta praevia soviel wie „Mutterkuchen, der den Weg versperrt“. Beschrieben wird damit eine seltene Komplikation in der Schwangerschaft (sie tritt bei etwa einer von 200 Geburten auf), die mit großen Risiken für Mutter und Kind verbunden sein kann.

Plazenta praevia: Risikofaktoren

Das Risiko einer Plazenta praevia ist bei Frauen erhöht, die
  • schon mehrere Kinder geboren haben
  • mehrere Kinder per Kaiserschnitt entbunden haben
  • Schwangerschaftsabbrüche oder Ausschabungen hinter sich haben
  • eine Mehrlingsschwangerschaft austragen
  • eine Gebärmutterschleimhautentzündung hatten
  • rauchen

Symptome und Diagnose einer Plazenta praevia in der Schwangerschaft

Eine Plazenta praevia spürt man nicht. Wenn es im letzten Schwangerschaftsdrittel aber zu schmerzlosen Blutungen kommt, sollten Sie keine Zeit verlieren und zum Arzt gehen, da dies ein Hinweis auf eine Plazenta praevia sein kann.

Normalerweise entdeckt der Arzt eine Plazenta praevia aber bei der routinemäßigen Ultraschalluntersuchung. Auf dem Monitor sieht er, dass die Plazenta nicht – wie normalerweise – im oberen Teil der Gebärmutter befestigt ist, sondern im unteren Drittel, und gleichzeitig den Muttermund ganz oder teilweise bedeckt. Vor der 20. Schwangerschaftswoche löst sich das Problem manchmal von allein: Die Plazenta verlagert sich und gibt den Muttermund wieder frei. Verdeckt die Plazenta jedoch weiterhin ganz oder teilweise den Muttermund und blockiert den Geburtskanal, muss das Kind mit Kaiserschnitt entbunden werden.

Wenn sich ab etwa Mitte der Schwangerschaft der untere Teil der Gebärmutter auszudehnen beginnt, kann es zu einer Plazentalösung und schweren Blutungen kommen.

Behandlung einer Plazenta praevia

Stellt der Arzt bei der Ultraschalluntersuchung fest, dass Sie eine Plazenta praevia haben und sind Sie bereits in der 24. Woche oder weiter, wird er Sie vorsichtshalber bis zur Entbindung in eine Klinik überweisen. Dasselbe gilt, wenn Sie vaginale Blutungen haben, deren Ursache eine Plazenta praevia ist. Bei Blutverlusten kann eine Bluttransfusion nötig sein, außerdem ist Bettruhe angeraten. Das Ungeborene wird regelmäßig mit dem Herzschlag- und Wehenschreiber (CTG) überwacht.

Vorbeugung der Plazenta praevia

Rauchen steht im Verdacht, das Risiko einer Plazenta praevia zu erhöhen – ein weiterer Grund, auf Nikotin in der Schwangerschaft zu verzichten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.02.2017
  • Autor/in: Dr. med. Müller de Cornejo, Ärztin für Allgemeinmedizin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin