Muttermundschwäche in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kann es zu einer Muttermundschwäche (Zervixinsuffizienz) kommen. Was dann zu beachten ist.

Die Anatomie der Gebärmutter

Schwangerschaft Muttermundschwäche Graphik Uterus © Wikimedia CommonsDie Gebärmutter (Uterus) ist ein großer Hohlraum (Gebärmutterkörper), der sich an der Unterseite zum Gebärmutterhals verjüngt.
Die Gebärmutter ist wie eine Birne geformt: Sie hat einen runden großen Körper (Corpus uteri) und einen etwa vier bis sechs Zentimeter langen Gebärmutterhals (Zervix) mit einer winzig kleinen Öffnung dort, wo sich bei einer Birne der Stiel befindet. Diese Öffnung ist der sogenannte äußere Muttermund.

Der innere Muttermund liegt an der Seite des Gebärmutterhalses, die der Gebärmutter zugewandt ist. Normalerweise ist der äußere Muttermund in der Schwangerschaft fest verschlossen. Erst ab der 36. Woche verändert sich der Gebärmutterhals langsam, verkürzt sich und wird etwas weicher. Wenn die Wehen beginnen, öffnet sich der Muttermund, damit der Kopf des Kindes hindurch passt.

Manchmal beginnt der Muttermund sich zu öffnen, lange bevor der Geburtstermin erreicht ist – möglicherweise schon zu Beginn des zweiten Schwangerschaftsdrittels. Für das Kind ist das nicht ungefährlich, denn infektiöse Keime, die zu einer Fehl- oder Frühgeburt führen können, können jetzt nahezu ungehindert in die Gebärmutter eindringen.

Ursachen einer Muttermundschwäche während der Schwangerschaft

Warum es zu einer Muttermundschwäche kommt, lässt sich in den meisten Fällen nicht klären. Es kommen unterschiedliche Mechanismen infrage: Einerseits nimmt man Verletzungsfolgen – beispielsweise nach einer Konisation (keilförmige Entfernung von Gewebe bei Zellunregelmäßigkeiten), Schwangerschaftsabbrüchen oder sonstigen Geburtsverletzungen – an. Andererseits werden angeborene Fehlbildungen, Kollagenfasermangel, Infektionen oder Hormoneinflüsse diskutiert. Möglicherweise ist es ein multifaktorielles Geschehen, das eine Verkürzung des Gebärmutterhalses hervorruft und damit zu einer Schwächung führt.

Symptome einer Muttermundschwäche

Eine Muttermundschwäche (Zervixinsuffizienz) entwickelt sich normalerweise, ohne dass die Betroffene es bemerkt. Erst bei den Vorsorgeuntersuchungen stellt der Arzt oder die Hebamme fest, dass sich der Muttermund geöffnet hat. Die Länge des Gebärmutterhalses kann Hinweise darauf geben, wie hoch das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt ist.

Therapie der Muttermundschwäche

Ziel der Behandlung einer Muttermundschwäche ist es, eine Fehlgeburt zu vermeiden beziehungsweise eine vorzeitige Geburt so weit wie möglich hinauszuzögern. Wenn der Muttermund sich schon zu öffnen begonnen hat, aber noch keine vorzeitigen Wehen eingetreten sind, hilft es in vielen Fällen, wenn die Mutter sich körperlich schont und eventuell sogar das Bett hütet.

Scheideninfektionen müssen unbedingt vermieden werden. Mit regelmäßigen Messungen des pH-Werts in der Scheide (entsprechende Teststäbchen gibt es in der Apotheke) können Sie überprüfen, ob Sie im „sauren“ Bereich liegen und so vor Krankheitskeimen geschützt sind.

Liegt die Muttermundschwäche schon sehr früh in der Schwangerschaft vor, kann der Muttermund durch eine Operation verschlossen werden. Dazu legt der Arzt ein Kunststoffbändchen – eine sogenannte Cerclage – um den Gebärmutterhals und zieht ihn zusammen. Auf Geschlechtsverkehr sollte die Schwangere dann bis zur Geburt beziehungsweise bis zur Entfernung der Cerclage verzichten. Alternativ kann ein Ring aus weichem Gummi über den Muttermund gestreift werden – ein Eingriff, der ohne Narkose erfolgen kann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.02.2017
  • Autor/in: Dr. med. Müller de Cornejo, Ärztin für Allgemeinmedizin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin