Lippenherpes in der Schwangerschaft

Für die schmerzenden Fieberbläschen an den Lippen (Herpes simplex labialis, Typ 1) können Schwangere etwas anfälliger sein. Was bei Lippenherpes in der Schwangerschaft zu beachten ist.

Frau fasst sich an die Lippe © Thinkstock
Es besteht keine Gefahr, dass der Fötus während der Schwangerschaft oder bei der Geburt infiziert wird. Allerdings müssen Sie unbedingt aufpassen, dass er nach der Geburt vor den Erregern geschützt ist, denn eine Herpesinfektion kann für das Baby gefährlich werden.

Ursachen einer Herpesinfektion

Auslöser des Lippenherpes ist das Herpes-simplex-Virus Typ 1, mit dem etwa 90 Prozent der Bevölkerung infiziert sind.

Symptome einer Herpesinfektion während der Schwangerschaft

Zunächst spürt man ein Kribbeln und Jucken an den Lippen, vor allem an den Lippenrändern. Einige Stunden später beginnen sich an den entsprechenden Stellen schmerzhafte Bläschen zu bilden.

Diese Bläschen sind mit Millionen von Herpesviren gefüllt – wenn sie aufplatzen, tritt eine hoch ansteckende Flüssigkeit aus. Weil Herpesinfektionen bevorzugt dann auftreten, wenn das Immunsystem ohnehin etwas geschwächt ist, werden Lippenbläschen oft von allgemeinen Erkältungssymptomen wie Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen begleitet. Unbehandelt dauert es ein paar Tage, bis die Bläschen austrocknen und sich eine Kruste bildet, die sich später von selbst löst.

Therapie einer Herpesinfektion während der Schwangerschaft

Wenn sich die Lippenbläschen bereits gebildet haben, kann man nicht mehr viel dagegen machen. Eine Creme, die den Wirkstoff Aciclovir enthält, kann höchstens die Beschwerden etwas lindern und eventuell das Abheilen beschleunigen. Bemerken Sie das bekannte Kribbeln auf den Lippen aber sehr frühzeitig, können Sie mit einer aciclovirhaltigen Creme manchmal die Entstehung der Bläschen noch verhindern. Es gibt auch Tabletten mit diesem Wirkstoff – in der Schwangerschaft sollten Sie sie aber besser nicht einnehmen.

Infektion des Neugeborenen verhindern

Während der Schwangerschaft und bei der Geburt besteht keine Ansteckungsgefahr mit Herpes simplex Typ 1 für das Kind. Allerdings können die Viren nach der Geburt über einen Kuss oder beim Niesen übertragen werden und das Neugeborene infizieren. Da sein Abwehrsystem noch nicht voll ausgebildet ist und die Viren daher leichtes Spiel haben, muss eine solche Herpesinfektion unbedingt verhindert werden.

Wenn Sie (oder Ihr Partner) zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes oder kurz danach Lippenbläschen bekommen, ist Hygiene oberstes Gebot. Waschen Sie die Hände sorgfältig mit Seife, bevor Sie mit dem Baby in Kontakt kommen, und tragen Sie einen Mundschutz, damit Sie die Erreger nicht per Tröpfcheninfektion an das Kind weitergeben.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.02.2017
  • Autor/in: Dr. med. Müller de Cornejo, Ärztin für Allgemeinmedizin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin