Krampfadern in der Schwangerschaft

Etwa jede zweite Frau bekommt in der Schwangerschaft Krampfadern an den Beinen, sogenannte Varizen. Bei Frauen, die schon vorher Krampfadern hatten, werden sie in der Schwangerschaft oft schlimmer.

Frauenbeine © Thinkstock

Ursachen von Krampfadern in der Schwangerschaft

Sind Menschen mit einer angeborenen Bindegewebsschwäche anfälliger für Krampfadern, so wird deren ihre Entstehung in der Schwangerschaft noch begünstigt durch Hormonveränderungen, die dazu führen, dass sich die Muskelwände der Blutgefäße entspannen. Somit werden die Blutgefäße weiter, und das Blut kann sich in den Beinen stauen – von außen sichtbar als Krampfadern.

Symptome bei Krampfadern

Vor allem an den Unterschenkeln treten gestaute, pralle Venen hervor, die nicht nur unschön sind, sondern auch von Schmerzen und dem Gefühl bleierner Schwere begleitet sein können. Krampfadern können auch als Hämorrhoiden am After auftreten oder an den Schamlippen (Vulva-Varizen). Außerdem bergen Krampfadern immer die Gefahr von Venenentzündungen und Thrombosen – sie sind daher nicht nur ein kosmetisches Problem. Wenn Sie zusätzlich im Krampfaderbereich einen harten Strang tasten, sollten Sie umgehend zum Arzt gehen, denn dann könnte es sich um eine Thrombose handeln.

Therapie bei Krampfadern in der Schwangerschaft

Wenn sich in der Schwangerschaft Krampfadern gebildet haben, verschwinden sie normalerweise auch nach der Geburt nicht ganz. Deswegen sollte man bei ersten Anzeichen sofort etwas dagegen unternehmen. Gut sitzende Stützstrümpfe fördern den Rückstrom des venösen Bluts zum Herzen hin und entlasten die Venen. Am besten sollten Sie sie gleich morgens vor dem Aufstehen anziehen, damit das Blut sich gar nicht erst in den Venen ansammeln kann.

Versuchen Sie, tagsüber immer mal wieder die Beine hochzulegen. Wenn Sie zusätzlich noch die Zehen kräftig zu sich hinziehen, wird die Muskelpumpe richtig aktiviert. Auch kalte Umschläge oder Tinkturen und Gels aus der Apotheke können Entlastung schaffen: Die Wirkstoffe Rosskastanie und Hamamelis sollen die Venen kräftigen und den Blutfluss zum Herzen hin verbessern. Eine ähnliche Wirkung wird auch Ringelblume, Weinlaub, Wacholder und Calendula zugesprochen. Wenn Sie die Mittel im Kühlschrank lagern, spüren Sie ihre wohltuende Wirkung gleich beim Auftragen.

Krampfadern vorbeugen

Krampfadern kann man gut vorbeugen beziehungsweise dazu beitragen, dass sie nicht allzu schlimm werden:
  • Fahrradfahren und Walking unterstützen die Muskelpumpe in den Waden. Blut, das sich dort leicht anstaut, wird so effektiver in Richtung Herzen gepumpt.
  • Vermeiden Sie, mit übergeschlagenen Beinen zu sitzen. Das ist nicht nur besser für die Hüftgelenke, es verhindert auch, dass sich das Blut in den Venen staut. Achten Sie darauf, beim Sitzen die Füße eher von sich weg zu strecken und möglichst nicht unter den Stuhl zu ziehen – auch so fließt das Blut besser.
  • Legen Sie die Beine hoch, wann immer möglich.
  • Tragen Sie nur Kniestrümpfe mit breitem elastischem Rand, der nicht einschnüren kann.
  • Verzichten Sie auf Schuhe mit Absätzen. Nur in bequemen, flachen Schuhen kann die Muskelpumpe wirksam arbeiten.
  • Verzichten Sie auf warme Bäder (heiße Bäder sind in der Schwangerschaft sowieso tabu) und brausen Sie Ihre Unterschenkel lieber abwechselnd kalt und warm ab. Der letzte Guss sollte immer kalt sein.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.07.2014
  • Autor/in: Dr. med. Müller de Cornejo, Ärztin für Allgemeinmedizin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin