Blasenschwäche in der Schwangerschaft

Dass aufgrund der immer größer werdenden Gebärmutter die Blase gerade in der späteren Schwangerschaft ganz enorm unter Druck gerät, ist leicht vorstellbar. Häufiger Harndrang ist aber auch eines der ersten Anzeichen für eine Schwangerschaft.

WC-Schild © Thinkstock

Ursachen einer Blasenschwäche in der Schwangerschaft

Normalerweise passen in eine Blase etwa 300 bis 500 Milliliter. Die meisten Schwangeren können allerdings nicht warten, bis ihre Blase so voll ist. Sie müssen öfter zur Toilette gehen – und zwar Tag und Nacht. Die Ursache dafür ist, dass das Schwangerschaftshormon Progesteron die Blasenmuskulatur entspannt, sodass diese schon viel früher als sonst das Signal gibt, dass sie voll ist. Hinzu kommt, dass der gesamte Beckenraum stärker durchblutet wird, wodurch die Nieren mehr arbeiten und auch mehr Urin produzieren.

Etwa ab dem vierten Monat lässt der lästige Harndrang nach, weil die Gebärmutter sich aufgerichtet hat. Etwa ab dem siebten Monat kehrt er allerdings zurück, weil dann die Gebärmutter auf die direkt unter ihr liegende Harnblase drückt und so ihr Fassungsvolumen reduziert. Die näher rückende Geburt entspannt gleichzeitig den Beckenboden. Bei vielen Schwangeren geht dann auch mal ein Tröpfchen verloren – vor allem beim Lachen, Niesen oder Husten.

Symptome einer Blasenschwäche

Typisch für vermehrten Harndrang ist, dass Sie häufiger – zum Beispiel auch nachts – Wasser lassen müssen. Solange der Urin eine normale Farbe und den typischen Geruch nach Brühe hat, besteht kein Grund zur Sorge. Tröpfelt es jedoch ständig und ist die Flüssigkeit eher rosafarben, könnte es sich auch um Fruchtwasser handeln. Dann sollten Sie sicherheitshalber gleich zum Arzt gehen.

Gegenmaßnahmen bei verstärktem Harndrang in der Schwangerschaft

Trotz verstärkten Harndrangs sollten Sie unbedingt genau so viel trinken wie sonst – besser noch mehr. Denn mit dem Urin werden auch krankmachende Keime aus dem Körper gespült, die sonst vielleicht zu einer Blasenentzündung führen könnten. Nicht sinnvoll ist es, Kaffee oder schwarzen Tee zu trinken, denn beides verstärkt den Harndrang noch. Dasselbe gilt übrigens auch für Alkohol – aber der ist in der Schwangerschaft ja ohnehin tabu.

Dagegen ist Beckenbodengymnastik sehr zu empfehlen. Wenn Sie frühzeitig damit beginnen, haben Sie Ihre Blase besser im Griff und können einer bleibenden Inkontinenz nach der Schwangerschaft vorbeugen. Außerdem beugt das Beckenbodentraining einer Gebärmuttersenkung vor und Sie können sich besser auf das Geburtserlebnis vorbereiten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.02.2017
  • Autor/in: Dr. med. Müller de Cornejo, Ärztin für Allgemeinmedizin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin