Blähungen in der Schwangerschaft

Etwas peinlich, aber ganz normal: Zu Blähungen kommt es einerseits, weil bei der Zerkleinerung der Nahrung im Verdauungstrakt Gase entstehen, andererseits weil man immer wieder Luft schluckt, die in den Darm gelangt. Besonders zu Beginn der Schwangerschaft hat fast jede Frau vermehrt Blähungen.

Schwangere liegt auf Wiese © Thinkstock

Ursachen von Blähungen während der Schwangerschaft

Am Anfang der Schwangerschaft steigt der Blutspiegel des Hormons Progesteron. Progesteron entspannt und beruhigt die sogenannte glatte Muskulatur – auch die des Darms. Damit verlangsamt sich die Verdauung, der Darminhalt verbleibt länger im Körper und bildet vermehrt Darmgase, die dann als Blähungen den Körper wieder verlassen. Ist die Schwangerschaft schon weiter fortgeschritten, kann auch das Kind hin und wieder auf den Darm drücken und die Verdauung behindern.

Gegenmaßnahmen bei Blähungen

Blähungen sollten nicht unterdrückt werden: Suchen sie sich eine Umgebung, in der Sie sich ungestört „Luft machen können“. Besonders schmerzhaft sind die Blähungen, die „feststecken“. Hier können Sie sich helfen, indem Sie vorsichtig den Bauch massieren – am rechten Unterbauch beginnen und im Uhrzeigersinn um den Bauch herum kreisen. Warten Sie mit der Massage jedoch noch eine oder zwei Stunden nach der Mahlzeit. Bei einer Risikoschwangerschaft fragen Sie vorsichtshalber Ihren Arzt, ob er Ihnen zu Massagen rät, wenn Sie unter starken Blähungen leiden.

Weitere Entlastung bei Blähungen bieten:
  • Wärme: Ein warmes Bad (höchstens 39 Grad Celsius) entspannt und löst Verkrampfungen. Auch ein Kirschkernkissen lindert die Beschwerden – maximale Temperatur: 40 Grad Celsius.
  • Kräutertees: Sie entkrampfen den Darm und fördern die Verdauung. Gut geeignet sind zum Beispiel Tees aus Fenchel oder Kümmel.
  • Präparate gegen Blähungen: Bestimmte Mittel sind auch für Schwangere gut verträglich. Sie enthalten den Wirkstoff Simeticon oder Dimeticon.

Vorbeugung von Blähungen in der Schwangerschaft

Um Blähungen zu vermeiden, kommt es vor allem auf die richtige Ernährung und die richtige Art zu essen an:
  • Essen Sie langsam und nehmen Sie sich die Zeit, jeden Bissen gut zu kauen. So haben Sie nicht nur mehr Genuss, sondern werden auch besser satt und essen nicht zu viel – erst nach etwa 20 Minuten meldet der Magen nämlich, dass er voll ist. Wenn Sie Ihre Mahlzeit schon vor dieser Zeit gegessen haben, ist das Signal noch nicht beim Gehirn angekommen und Sie essen weiter. Wer hastig isst, schluckt auch mit jedem Bissen Luft und bekommt daher Blähungen.
  • Verzichten Sie auf Nahrungsmittel, die stark blähen: Hülsenfrüchte, Kohl, Lauch, Backwaren mit weißem Zucker, frittierte und fette Speisen.
  • Trinken Sie statt kohlensäurehaltigem besser stilles Mineralwasser.
  • Sitzen Sie bei Schreibtischarbeit aufrecht, damit der Bauch nicht zusammengedrückt wird.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.02.2017
  • Autor/in: Dr. med. Müller de Cornejo, Ärztin für Allgemeinmedizin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin