Schuppenflechte (Psoriasis): medikamentöse Therapie mit Biologika

Auf der Basis der neusten Entdeckungen bei der Psoriasis-Entstehung haben Forscher mithilfe der Gentechnik eine neue Medikamentengeneration entwickelt, die sogenannten Biologika oder Biologics. Bei dieser Wirkstoffgruppe handelt es sich um biotechnologisch erzeugte Eiweißkörper.

Bei der Schuppenflechte werden beispielsweise monoklonale Antikörper, die entzündungsfördernde Botenstoffe blocken können, eingesetzt. Sie kommen allerdings nur als Behandlungsoption in Frage, wenn alle anderen Therapie-Versuche scheitern oder nicht möglich sind.

Etanercept

Bei schweren Formen der Plaque-Psoriasis kann Etanercept helfen. Dieses Mittel ist ein sogenannter TNF-α-Blocker: es neutralisiert den Tumornekrosefaktor-alpha, einen speziellen Entzündungsbotenstoff (Zytokin), der bei der Zellteilung freigesetzt wird. Das Mittel wird einmal wöchentlich intrakutan gespritzt und beginnt nach ein bis zwei Monaten zu wirken.

Häufigste Nebenwirkungen sind Hautreizungen an der Einstichstelle. Auch Kopfschmerzen, Müdigkeit, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen und Hautrötungen können auftreten. Während der Behandlung kontrolliert der Arzt Blutbild, Leber- und Nierenwerte und Urin. Gegenanzeigen für das Medikament sind Infektionen.

Infliximab

Infliximab ist ein monoklonaler Antikörper gegen den Tumornekrosefaktor-α (TNF-α-Blocker). Infliximab ist seit 2005 zur Behandlung der Schuppenflechte zugelassen. Er wird als Infusion stufenweise im Abstand von zwei bis acht Wochen verabreicht und wirkt bereits nach ein bis zwei Wochen. Das Medikament ist hochwirksam, bei 80 Prozent der Patienten verbessert sich das Beschwerdebild deutlich.

Gegenanzeigen für Infliximab sind chronische Infektionen, insbesondere Tuberkulose, schwere Herzleiden sowie Schwangerschaft und Stillzeit. Als Nebenwirkungen können während und nach der Infusion Atemnot, Nesselsucht und Kopfschmerzen auftreten. Das Medikament kann die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen. Blutbild und Leberwerte müssen ständig kontrolliert werden.Weiterhin sind für die Behandlung der Schuppenflechte die Biologika Adalimumab (Ustekinumab, Golimumab) zugelassen.

Adalimumab

Der Wirkstoff Adalimumab ist auch ein monoklonaler Antikörper gegen den Tumornekrosefaktor-α (TNF-α-Blocker) und sowohl für die Psoriasis vulgaris, als auch für die Psoriasis-Arthritis zugelassen. Es wird in der Regel bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis eingesetzt, wenn andere systemische Therapien, wie Ciclosporin, Methotrexat oder PUVA, nicht das gewünschte Ergebnis gebracht haben oder nicht vertragen werden. Adalimumab wird bei aktiver und progressiver Psoriasis-Arthritis bei Erwachsenen eingesetzt, wenn eine vorher durchgeführte Basistherapie nicht ausreichend wirksam war.

Es wird in regelmäßigen Abständen vom Arzt subkutan injiziert. Mögliche Nebenwirkungen sind dabei Schmerzen, Schwellung oder Juckreiz an der Einstichstelle. Oft treten Blutdruckerhöhungen, Infekte des Atmungsapparates oder der Harnwege auf – manchmal kommt es sogar zu schweren Infektionen wie einer Sepsis. Außerdem ist ein erhöhtes Krebserkrankungsrisiko nicht ausgeschlossen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 01.07.2013
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Caroline Hansen, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Altmeyer, P (2013): Enzyklopädie der Dermatologie, Allergologe, Umweltmedizin.
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