Schuppenflechte (Psoriasis): Die richtige Hautpflege

Bei Schuppenflechte ist die richtige Hautpflege entscheidend. Kosmetika sollten generell sparsam eingesetzt, stark entfettende Seifen vermieden werden. Zu empfehlen sind reizfreie Ölbäder.

Frau cremt sich ein © iStock
Bei der täglichen Hautpflege sollten die Patienten darauf achten, die Haut ausreichend rückfettend einzucremen. Dies kann durch ein reines Öl-Präparat erfolgen oder durch wasser- und ölhaltige Cremes, die möglichst wenig Emulgatoren enthalten. Welche Wirkstoffe sinnvoll sind, muss im Einzelfall entschieden werden.

Folgende kosmetische Wirkstoffe sind hilfreich:
  • Olivenöl (fettend)
  • Jojobaöl (fettend)
  • Shea-Butter (fettend)
  • Linolsäure (essentielle Fettsäure)
  • Harnstoff (schuppenlösend, feuchtigkeitsspendend, juckreizlindernd)
  • Phosphatidylcholin (stabilisiert die Hautbarriere)

Pflege dem Klima anpassen

Klimatische Schwankungen spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Hauterscheinungen, daher muss die Pflege auch an Jahreszeit und Klima angepasst werden. Das Hautbild verschlechtert sich bei vielen Betroffenen im Winter, es bilden sich dann eher Plaques. Es ist wichtig, sofort zu reagieren, wenn sich Schuppen oder Plaques bilden. Dann gilt es, die Schuppen auf den betroffenen Stellen mit fetthaltiger Salbe oder durch ein Bad mit ölhaltigem Zusatz aufzuweichen und zu reduzieren. Anschließend können die Patienten den vom Arzt verordneten Wirkstoff auftragen, etwa ein Vitamin-D-Derivat.

Vorsicht bei Kosmetika

Viele Hilfsstoffe in Kosmetika sind nicht für die Haut von Psoriasis-Patienten geeignet. Dazu zählen Konservierungsmittel, Duftstoffe oder Emulgatoren. Die verwendete Kosmetik sollte daher möglichst wenig solcher Inhaltsstoffe enthalten.  

Auch körpereigene Stoffe wie Schweiß können die Haut reizen. Daher sollte die Kleidung atmungsaktiv und nicht zu eng anliegend sein. Wolle und andere Materialien, die den Juckreiz erhöhen, sind nicht geeignet

Abdecken erlaubt

Wenn die betroffenen Hautstellen aus ästhetischen Gründen abgedeckt werden sollen, bieten sich stark deckende, wasserfeste Camouflage-Präparate an. Sie sollten allerdings nicht auf akut entzündete Haut und erst nach der normalen Hautpflege aufgetragen werden. Dann kann die Pflege unter der Abdeckung ihre Wirkung entfalten, und die Inhaltsstoffe der Abdeckung gelangen nicht in die Haut.  

Auch hier sollten bei der Wahl des Präparats natürlich dessen Inhaltsstoffe berücksichtigt werden. Camouflage kann den Leidensdruck erheblich mindern und eine psychische Stütze sein. Allerdings sollte sie nur gezielt eingesetzt werden, damit die Haut sich regenerieren kann. Zur Entfernung der Abdeckung ist eine emulgatorfreie Reinigungsmilch geeignet.

Wirksamkeit meist nicht bewiesen

Häufig werden bei Schuppenflechte verschiedene Cremes empfohlen, die die Haut pflegen und sich positiv auf die Erkrankung auswirken sollen – oft mit pflanzlichen Inhaltsstoffen. In der Regel wurde deren Wirksamkeit jedoch nicht in Studien bestätigt. Eine Ausnahmen sind Cremes mit Extrakten der Gewöhnlichen Mahonie (Mahonia aquifolium). In verschiedenen Studien konnte nachgewiesen werden, dass sie bei leichter Psoriasis helfen können.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 01.07.2013
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Caroline Hansen, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Altmeyer, P (2013): Enzyklopädie der Dermatologie, Allergologe, Umweltmedizin.
  • Gulliver WP, Donsky HJ (2005): A report on three recent clinical trials using Mahonia aquifolium 10% topical cream and a review of the worldwide clinical experience with Mahonia aquifolium for the treatment of plaque psoriasis: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16148424
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