Schultereckgelenksprengung

Bei einer Schultereckgelenksprengung (auch Schultereckgelenksverrenkung oder Akromioklavikulargelenkluxation genannt) kommt es zu einer Zerrung, einem Anriss oder einem kompletten Durchriss der Gelenkkapsel und der Bänder des Schultereckgelenks, die das Schlüsselbein und das Schulterblatt verbinden. Fast immer ist die Ursache für eine solche Verletzung ein Sturz auf die Schulter – zum Beispiel beim Skifahren, Radfahren oder Reiten.

Bei einer Schultereckgelenksprengung treten Schmerzen auf, die bei Bewegung stärker werden. Die typische Schonhaltung ist deshalb, den verletzten Arm abgewinkelt vor dem Körper zu halten und mit dem gesunden Arm abzustützen.

Behandlung einer Schultereckgelenksprengung

Wichtig ist, den verletzten Arm als Sofortmaßnahme vor dem Bauch zu stabilisieren – zum Beispiel mithilfe einer Schlinge aus einem Dreieckstuch. Die Schmerzen können gelindert werden, indem man die Schulter mit einem Eisbeutel kühlt und ruhigstellt. Abhängig davon, wie schwer die Verletzung ist, wird der Arzt sie entweder konservativ behandeln oder operieren. Durch die Therapie soll die verletzte Bandstruktur wiederhergestellt werden.

Hat sich der Patient nur eine Dehnung zugezogen, ist es ausreichend, wenn das Gelenk mithilfe eines speziellen Verbands (Gilchrist-Verband) für einige Tage ruhiggestellt wird, bis die Beschwerden wieder nachlassen. Im Anschluss wird eine krankengymnastische Behandlung durchgeführt. Nach einigen Wochen darf der Betroffene dann wieder Sport treiben.

Bei Bänderriss wird meist operiert

Bei einem Bänderriss wird dagegen in den meisten Fällen operiert – je nach Befund und Einzelfall. In der Operation werden die Bänder genäht. Platten, Schrauben oder Drähte sollen sechs Wochen lang als zusätzliche Stütze für das Gelenk dienen. Außerdem wird es in dieser Zeit im Gilchrist-Verband ruhiggestellt. Nachdem die Stabilisierungen wieder entfernt wurden, kann der Patient mit Krankengymnastik beginnen. Ungefähr zwölf Wochen nach der Verletzung kann er auch wieder Sport treiben. Eine Operation ist meist erfolgreich, jedoch gibt es gewisse Restrisiken – zum Beispiel unschöne Narben oder Verschiebungen. Daher sollte immer genau abgewogen werden, ob unbedingt operiert werden muss.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.03.2015
  • Autor/in: Beatrix Deiß, Medizinredakteurin; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätskontrolle: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Plesch, Christian/ Sieven, Rainer, Trzolek, Dieter: Handbuch Sportverletzungen. Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2009.
  • Sportunfälle – Häufigkeit, Kosten, Prävention. Von Gläser, Heribert, (ARAG Allgemeine Versicherungs-AG), Henke, Dr. rer. nat. Thomas (Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Sportmedizin). Herausgeber: ARAG Allgemeine Versicherungs-AG.
  • Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP): 10 Goldene Regeln für gesundes Sporttreiben, 2004.
  • Deutscher Olympischer Sportbund, www.richtigfit.de
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., www.dge.de
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