Symptome bei Zervikobrachialgie

Typische Symptome einer Zervikobrachialgie (auch Zervikobrachialsyndrom) sind Kopfschmerzen, Schmerzen und Gefühlsstörungen am Hals, an der Schulter, am Arm und/oder an der Hand. Die Schulter-Arm-Schmerzen können plötzlich beginnen oder sich allmählich entwickeln. Meist treten die Beschwerden einseitig auf.

Drei Hauptnerven © iStockDie drei großen Hauptnerven im Arm
Die Nervenversorgung der Arme ist sehr komplex. Bei einem Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule treten andere Symptome auf, als bei einer Schädigung eines Nervs „weiter unten“.

Die Arme werden von den Nerven versorgt, die die untere Halswirbelsäule seitlich verlassen. Bei einem Bandscheibenschaden werden diese Nerven gequetscht. Weiter von der Wirbelsäule entfernt, werden diese Nerven zu anderen Nervensträngen umsortiert und laufen dann als drei große Hauptnerven durch den Arm: Der Mittelnerv (Nervus medianus), der Ellennerv (Nervus ulnaris) und der Speichennerv (Nervus radialis) führen bis hinunter zur Hand.

Typische Anzeichen der Zervikobrachialgie – unterschiedliche Finger, unterschiedliche Nerven

Je nach Beschwerden und Störung, kann der Arzt auf den Ort der Schädigung an der Halswirbelsäule schließen. Denn: Je nachdem, welcher Nerv geschädigt ist, zeigen sich unterschiedliche, teils sehr charakteristische Symptome beim Schulter-Arm-Syndrom. Ist beispielsweise der Mittelnerv beeinträchtigt, klagt der Betroffene über ein pelziges Gefühl am Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Manchmal kann er diese Finger nur schwer oder kaum beugen. Häufig fehlt die volle Kraft beim Zupacken und er kann mit der betroffenen Hand einen Flaschenhals nicht mehr fest umschließen (Flaschenzeichen). Ist der  Ellennerv (Ulnaris-Nerv) geschädigt, können die Gefühlsstörungen den Ring- und den kleinen Finger betreffen.

Weitere Beschwerden beim Zervikobrachialgiesyndrom

Menschen mit Zervikobrachialgie klagen außerdem oft über eine eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule. Manchmal nehmen die Schmerzen bei Drehung des Kopfes oder in bestimmten Positionen zu. Die Kraft der betroffenen Hand kann herabgesetzt sein und die Finger feine Berührungen eventuell nicht so gut unterscheiden, wie an der gesunden Hand.

Ein weiteres mögliches Zeichen für einen Nervenschaden sind abgeschwächte oder fehlende einzelne Reflexe. Bestimmten Nervenwurzeln sind sogenannte „Kennmuskeln“ zugeordnet. Das bedeutet: Je nachdem, welche Reflexe nicht oder nicht richtig funktionieren, kann der Arzt den Ort der Nervenschädigung an der Halswirbelsäule lokalisieren. Beispielsweise ist der Bizeps-Muskel – der Armbeuger am Oberarm – der Nervenwurzel in Höhe des sechsten Halswirbels zugeordnet. Der Trizeps-Muskel – der Armstrecker auf der Oberarmrückseite – gehört zum siebten Halswirbelkörper.

Sind tiefer gelegene Abschnitte der Wirbelsäule betroffen, können auch Nerven des vegetativen Nervensystems beeinträchtigt sein. Das äußert sich – beispielsweise, wenn die Nervenwurzel des ersten Brustwirbels betroffen ist – durch eine einseitig veränderte Pupillenweite, ein herabhängendes Oberlid des Auges und einen eingesunkenen Augapfel (Horner-Syndrom).
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.04.2018
  • Autor/in: Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
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