Ratgeber und Selbsthilfe bei Schulter-Arm-Schmerzen (Zervikobrachialgie)

Schonung ist im akuten Stadium beim Zervikobrachialsyndrom wichtig – allerdings sollten Betroffene den schmerzenden Arm regelmäßig bewegen. Auch einfache Übungen können die Beschwerden lindern.

Bei akuten Schulter-Arm-Schmerzen, sollten Sie schwere körperliche Tätigkeiten für einige Zeit vermeiden. Eine leichte Massage der Schulter- und Nackenpartie und abendliche Einreibungen mit einer wärmenden Salbe lindern die Schmerzen.

Halswirbelsäule schonen, Schultergelenke bewegen

Vermeiden Sie unkontrollierte Bewegungen. Jede extreme Rück- oder Vorneigung kann die Beschwerden verschlechtern. Das Gleiche gilt für Drehbewegungen. Einige Betroffene berichten, dass sie die Schmerzen das erste Mal verspürten, als sie mit ihrem Wagen einparkten und dabei den Kopf sehr weit umwenden mussten. Versuchen Sie, derartige Beanspruchungen für einige Zeit zu unterlassen.

Während es sinnvoll ist, die Halswirbelsäule zu schonen, bis die Schmerzen vollkommen abgeklungen sind, gilt diese Empfehlung nicht für die Arme – insbesondere nicht für die Schultergelenke. Manche Betroffene versuchen, den Schmerz dadurch zu beeinflussen, dass sie den Arm ruhig halten. Wenn Sie die Schulter aber zwei Wochen lang nicht bewegen, besteht die Gefahr, dass das Gelenk steif wird. Bewegen Sie daher Ellenbogen und Schulter trotz der Schmerzen.

Übungen für die Schulter bei Zervikobrachialgie

Übung 1: Spreizen Sie Ihren Arm seitlich im Schultergelenk ab und führen ihn in gestreckter Position über den Kopf. Nun bewegen Sie ihn nach vorne und lassen ihn wieder herunter. Pendeln Sie mit dem hängenden Arm.

Übung 2: Fassen Sie mit dem gesunden Arm den betroffenen Unterarm. Führen Sie beide Arme nach vorne über den Kopf.

Es reicht, wenn Sie diese Übungen drei- bis viermal am Tag machen. Der Sinn der Übungen ist, die Schultergelenkkapsel, die sich bei hängendem Arm in Achselhöhe zusammenfaltet, wiederholt auszuspannen. Durch mehrmaliges Abspreizen und Drehen des Armes wird sie gedehnt – Sie vermeiden so, dass sie allmählich schrumpft. 

Bitte beachten Sie: Unterbrechen Sie die Übungen, wenn der Schmerz zunimmt und Sie das Gefühl haben, dass der Arm danach kraftloser ist oder die Fingerspitzen beziehungsweise andere Teile des Armes taub werden. Sind Gefühl und Kraft beeinträchtigt, deutet das auf eine ernste Schädigung des Nervs hin.

Sobald die akuten Beschwerden abgeklungen sind, können Sie mit leichten Übungen zur Kräftigung der Muskulatur beginnen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.04.2018
  • Autor/in: Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
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