Schulter-Arm-Schmerzen (Zervikobrachialgie)

Bei Schulter-Arm-Schmerzen  – auch Zervikobrachialgie oder Zervikobrachialsyndrom genannt – handelt es sich um Schmerzen, die von der Halswirbelsäule ausgehen und unterschiedliche Ursachen haben können. Dabei strahlen die Schmerzen von der Halswirbelsäule bis in die Fingerspitzen aus. Ist die Schädigung schwerer, so können Symptome wie Gefühlsstörungen und eine Beeinträchtigung der Kraft oder Geschicklichkeit hinzukommen.

Frau mit Schulterschmerzen © Thinkstock

So entstehen Schulter-Arm-Schmerzen

Neben traumatischen (verletzungsbedingten), neurogenen (von den Nerven ausgehenden), entzündlichen oder tumorbedingten Ursachen sind degenerative Veränderungen die häufigsten Ursachen für Schulter-Arm-Beschwerden. Dabei nimmt der Abstand zwischen den Wirbelkörpern der Wirbelsäule im Laufe des Lebens ab und der Knochen hat die Tendenz, an den Grenzflächen Kalk anzulagern, um damit seine Oberfläche zu vergrößern. Im Allgemeinen ist diese Reaktion sinnvoll, da sie defekte Bandscheiben überbrückt und schmerzhafte Bewegungen mit der Zeit ausschaltet. Diese Selbstheilung hat jedoch einen gravierenden Nachteil: Die knöchernen Anbauten können auf die Nerven drücken, die in diesem Bereich die Wirbelsäule verlassen.

Da mit der Bandscheibenerniedrigung eine vermehrte Beweglichkeit zwischen den einzelnen Wirbelkörpern einhergehen kann, entsteht daraus eine weitere Schädigungsmöglichkeit. Den rechts und links der Wirbelsäule austretenden Nerven steht hier nur ein begrenzter Raum zur Verfügung. Verringert sich der Querschnitt des Austrittsloches, dann kann ein sehr unangenehmes und manchmal auch langwieriges Krankheitsbild entstehen.
Info
Die Zervikobrachialgie tritt nicht plötzlich auf, sondern schleichend. Sie sollten dennoch zügig einen Arzt aufsuchen, sobald Sie ein pelziges Gefühl oder neu aufgetretene Taubheit der Haut bemerken. Es besteht dann der begründete Verdacht einer Nervenschädigung, eine schnelle Therapie ist dann wichtig.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.10.2014
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: www.leitlinien.net : Bandscheibenbedingte Ischialgie, Stand April 2002
  • www.orthopaede.com : Wirbelsäule
  • Stienen, M. N. et al. (2012): Zervikobrachialgie – ein Update unter besonderer Berücksichtigung der chirurgischen Therapie (http://www.biham.unibe.ch/unibe/medizin/biham/content/e7950/e9805/e9838/linkliste92741/Zervikobrachialgie_ger.pdf)
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