Schulter-Arm-Schmerzen (Zervikobrachialgie)

Bei Schulter-Arm-Schmerzen – auch Zervikobrachialgie oder Zervikobrachialsyndrom genannt – handelt es sich um Schmerzen, die Hals, Schultern und Arme betreffen. Sie können unterschiedliche Ursachen haben. Häufig handelt es sich um Störungen, die von der Halswirbelsäule ausgehen und bis in die Fingerspitzen ausstrahlen. Ist die Schädigung schwer, können Gefühlsstörungen entstehen und Kraft oder Geschicklichkeit beeinträchtigt sein.

Frau mit Schulterschmerzen © Thinkstock

So entstehen Schulter-Arm-Schmerzen

Neben traumatischen (verletzungsbedingten), neurogenen (von den Nerven ausgehenden), entzündlichen oder tumorbedingten Ursachen sind degenerative (durch Abnutzung bedingte) Veränderungen die häufigsten Ursachen für Schulter-Arm-Beschwerden.

Zervikobrachialgie aufgrund von Bandscheibenschäden

Durch einen Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule entsteht Druck auf die in dieser Höhe liegenden Nervenwurzeln. Durch diesen Druck entsteht ein Schmerz, der sich entlang des betroffenen Nervs in den Arm, fortsetzt.

Auch durch einen Verschleiß der Bandscheiben können Nerven geschädigt werden. Dabei nimmt der Abstand zwischen den Wirbelkörpern der Wirbelsäule ab und der Knochen lagert an den Grenzflächen Kalk an, um damit seine Oberfläche zu vergrößern.

Im Allgemeinen ist diese Reaktion sinnvoll, da sie defekte Bandscheiben überbrückt und schmerzhafte Bewegungen mit der Zeit ausschaltet. Diese Selbstheilung hat jedoch einen gravierenden Nachteil: Die knöchernen Anbauten können auf die Nerven drücken, die in diesem Bereich die Wirbelsäule verlassen.

Aufgrund der Bandscheibenerniedrigung kann auch die Beweglichkeit zwischen den einzelnen Wirbelkörpern zunehmen. Das kann weitere Schädigungen verursachen. Den rechts und links der Wirbelsäule austretenden Nerven steht nur ein begrenzter Raum zur Verfügung. Verringert sich der Querschnitt des Austrittsloches, kann ein sehr unangenehmes und manchmal auch langwieriges Krankheitsbild entstehen.

Schulter-Arm-Schmerzen durch Muskelverspannungen

Bei Schmerzen im Schulter-Arm-Bereich kann es sich auch um Muskelverspannungen handeln. Durch Über- und Fehlbelastung bestimmter Strukturen können Verhärtungen (Myogelosen) entstehen, die einen erheblichen Leidensdruck erzeugen. Die Schmerzen folgen hierbei nicht dem Verlauf eines bestimmten Nervs. Bewegungsmangel, sitzende Tätigkeiten vor dem PC mit Arbeit an der Maus und mangelnde Dehnung der beteiligen Strukturen begünstigen solche schmerzhaften Verspannungen.
Wann Sie zum Arzt gehen sollten
Die Zervikobrachialgie tritt nicht plötzlich auf. Sie beginnt schleichend. Grundsätzlich sollten Sie zügig einen Arzt aufsuchen, falls Sie ein pelziges Gefühl oder eine neu aufgetretene Taubheit der Haut bemerken. Dann besteht der begründete Verdacht einer Nervenschädigung. Eine schnelle Therapie ist wichtig!
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.04.2018
  • Autor/in: Anja Dolski, Medizinredakteurin, vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: www.leitlinien.net : Bandscheibenbedingte Ischialgie, Stand April 2002
  • www.orthopaede.com : Wirbelsäule
  • Stienen, M. N. et al. (2012): Zervikobrachialgie – ein Update unter besonderer Berücksichtigung der chirurgischen Therapie (http://www.biham.unibe.ch/unibe/medizin/biham/content/e7950/e9805/e9838/linkliste92741/Zervikobrachialgie_ger.pdf)
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