Therapie bei Schmerzen: Palliativmedizin

Die Palliativmedizin (lat. Pallium = Mantel) widmet sich der Behandlung und Begleitung von Patienten mit einer nicht heilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankung, die somit nur noch eine begrenzte Lebenserwartung haben. Die Palliativmedizin wird in Deutschland von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. vertreten. Zudem haben zahlreiche Krankenhäuser inzwischen Palliativstationen, zum Teil in interdisziplinärer Zusammenarbeit, ins Leben gerufen.

Die moderne Hospizbewegung (Hospitium = Gastfreundschaft, Bewirtung, Herberge) wurde durch die Krankenschwester Dame Cicely Saunders in England ins Leben gerufen. Auch in Deutschland hat sich die Hospizbewegung entwickelt. Sie kümmert sich um die Betreuung Schwerkranker und Sterbender. Man kann von einem Zwei-Säulen-Modell sprechen. Noch stehen die Säulen der Palliativmedizin und die der Hospizbewegung eher nebeneinander, der Prozess der Vernetzung hat aber bereits eingesetzt und dieses "sich vernetzende Miteinander" wird sich in den nächsten Jahren noch stärker entwickeln.

Die Hospizbewegung ist in zahlreichen regionalen Hospizvereinen und -verbänden, den Landesarbeitsgemeinschaften (LAG) Hospiz und der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz organisiert. Der Begriff Hospiz bezeichnet aber nicht nur einen Ort oder eine feste Institution, sondern ist eine umfassende Idee mit ganzheitlich systematischem Ansatz, die sowohl im ambulanten Bereich als auch stationär eingesetzt wird.

Oberstes Ziel ist, dass Betroffene möglichst lange mit ihrem Leben zufrieden sind und möglichst lange möglichst viele Körperfunktionen aufrecht erhalten werden können, auch wenn keine Heilung mehr möglich ist. Das Leben wird in der Palliativmedizin bejaht, der Tod soll weder beschleunigt noch hinausgezögert werden. Vor allem die Linderung von Schmerzen und anderen Beschwerden steht dabei im Vordergrund. Auch für ihre psychischen und spirituellen Bedürfnisse sollen die Betroffenen dabei Unterstützung finden. Die Familie des Erkrankten wird während seiner Erkrankung eingebunden und unterstützt, dies auch in der Trauerphase nach dem Tod. Hierfür bieten einige Einrichtungen zum Beispiel sogenannte „Trauergruppen“ an.

Einen aktuellen Überblick über stationäre und ambulante Palliativ- und Hospizeinrichtungen in Deutschland finden Sie zum Beispiel im Hospiz- und Palliativführer 2003.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.02.2013
  • Autor/in: Dr. med. Kathrin Fahl, Dr. med. Karen Strehlow, Charité - Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter;
  • Quellen: Grundlagen der Schmerztherapie, Thomas Flöter (Hrsg.), Medizin
  • Therapie chronischer Schmerzen, Hans W. Striebel et al., Schattauer, F.K. Verlag, 2001
  • Kompendium der medikamentösen Schmerztherapie, E. Beubler, Springer, Wien, 2003
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