Schlaganfall vorbeugen: Ein gesunder Lebensstil lohnt sich

Wer einmal einen Schlaganfall erlitten hat, trägt ein hohes Risiko, einen weiteren – einen Re-Infarkt – zu erleiden. Es ist deshalb extrem wichtig für Schlaganfall-Patienten, die Anweisungen des Arztes zu beherzigen und zum Beispiel die Medikamente so einzunehmen wie vorgesehen. Patienten, die die Medikamenteneinnahme schleifen lassen, bringen sich in Gefahr.

Ziel: Vermeidung von neuen Blutgerinnseln

Seit einigen Jahren verschreiben Ärzte nach Schlaganfällen – wie zum Beispiel auch nach einem Herzinfarkt – Thrombozytenaggregations-Hemmer. Diese Medikamente sind bei arteriosklerotisch bedingten Krankheiten sinnvoll, weil sich dadurch nicht so leicht Thromben (Blutgerinnsel) auf den arteriosklerotisch veränderten Gefäßinnenseiten bilden können. Der bekannteste Vertreter ist Acetylsalicylsäure in niedriger Dosierung von 50 bis 100 Miligramm pro Tag oder verwandte Substanzen. Der Patient nimmt sie lebenslang ein, soweit keine Blutungsgefahr besteht.

Bitte beachten Sie: Dies gilt nur für die Prävention eines erneuten Schlaganfalls (Re-Infarkt). Von einer vorsorglichen Therapie eines ersten Schlaganfalls mit Acetylsalicylsäure ist jedoch abzuraten, da dies nachweislich keine Vorteile bringt. Außerdem kann es zu lebensbedrohlichen Blutungen kommen.

Bei Antikoagulanzien-Einnahme muss der Patient mehrmals im Monat zum Arzt

Ist die Ursache für den Schlaganfall ein Vorhofflimmern oder Herzklappenerkrankungen, streben Mediziner eine Blutgerinnungshemmung an. Sie verschreiben in diesem Fall lebenslang Cumarin-Präparate wie Phenprocoumon, die die Blutgerinnung stark beeinträchtigen und somit eine Blutgerinnselbildung verhindern.

Die Dosierung richtet sich nach den Gerinnungswerten des Patienten. Diese verändern sich häufig, abhängig von Ernährung und anderen Faktoren. Einmal wöchentlich, später zweiwöchentlich, muss der Patient deshalb zum Arzt, um die Gerinnungswerte messen zu lassen. Außerdem müssen Herzrhythmusstörungen gezielt behandelt werden – je nach Art der Herzrhythmusstörung mit antiarrhythmischen Medikamenten oder einem Herzschrittmacher.

Wirkstoff Dabigatranetexilat zur Vorbeugung eines Schlaganfalls

Seit 2011 ist der Wirkstoff Dabigatranetexilat zur Schlaganfallvorbeugung bei Patienten mit Vorhofflimmern und Schlaganfallrisiko zugelassen. Vor einer Behandlung mit dem oralen Gerinnungshemmer sollte jedoch die Nierenfunktion des Patienten überprüft werden. Denn im Falle einer schweren Nierenfunktionseinschränkung ist von einer Behandlung mit Dabigatranetexilat abzusehen. Außerdem sollte der Arzt bei Patienten über 75 Jahre und bei Patienten mit einem Nierenleiden, die den Wirkstoff einnehmen, die Nierenfunktion in regelmäßigen Abständen überprüfen.

Hintergrund: Während der Behandlung von Schlaganfall-Patienten mit Dabigatranetexilat kam es zu Todesfällen, worunter sich auch einige ältere Menschen mit schwerer Nierenfunktionsstörung befanden.

Der Arzt muss einen Bluthochdruck unbedingt behandeln

Liegt eine familiäre Fettstoffwechselstörung vor, ist eine dauerhafte Therapie mit Medikamenten, die die Blutfette senken, wichtig. Sollte der Patient unter Bluthochdruck leiden, muss dieser ebenfalls mit Medikamenten eingestellt werden, sodass er auch in Langzeit-Blutdruckmessungen 160/90 mmHg nicht überschreitet

Bei erhöhten Blutfettwerten Therapie mit Statin

Sollten die Blutfettwerte erhöht sein, ist möglicherweise eine Therapie mit einem Statin angesagt. Statine senken einerseits den Cholesterinspiegel, andererseits stabilisieren sie auch die Plaques.

Eine gesunde Lebensweise lohnt sich

Ganz wichtig ist neben der medikamentösen Behandlung eine fettreduzierte Ernährung die vielseitig und ballaststoffreich ist, regelmäßige körperliche Bewegung sowie Nikotin- und Alkoholverzicht. Diese Verhaltensregeln helfen, das Fortschreiten einer Arteriosklerose zu verhindern, und senken das Risiko, weitere Schlaganfälle zu erleiden, erheblich. Zudem fördert ein gesunder Lebensstil das Wohlbefinden, was sich positiv auf Heilung und Rehabilitation auswirkt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.09.2016
  • Autor/in: Dr. Maria-Beate Effertz, Allgemeinmedizinerin, Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Hans Christoph Diener: Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Motorische Therapien für die obere Extremität zur Behandlung des Schlanganfalls: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, 2009
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