Schlaganfall: Ursachen und Vorboten

Der Schlaganfall kündigt sich oft schon durch Vorboten an – in Form von vorübergehenden Durchblutungsstörungen: Die Versorgung mit Sauerstoff reicht noch aus für das Überleben der Zelle, doch ihre Funktion ist bereits eingeschränkt.

Vorboten: Schwäche, Lähmungen, Sprach- und Sehstörungen

Als Vorboten eines Schlaganfalls – bedingt durch die Durchblutungsstörungen – zeigen sich oft Symptome wie vorübergehende Schwäche, Schwindel, Lähmungen, Sprach- und Sehstörungen. Verschwindet die Störung innerhalb von 24 Stunden wieder vollständig, handelt es sich um eine TIA, eine Transitorisch Ischämische Attacke. Fast die Hälfte der Patienten mit solch einer vorübergehenden Durchblutungsstörung erleidet in den folgenden Monaten oder Jahren einen Schlaganfall. Bei einer TIA halten die Symptome für maximal 24 Stunden an.

Bilden sich die Symptome hingegen erst nach mehr als 24 Stunden zurück, sprechen die Ärzte von einem prolongierten reversiblen ischämischen neurologischen Defizit (PRIND). Die Übergänge zu einem leichten Hirninfarkt sind hier fließend.

Vorhofflimmern kann zum Schlaganfall führen

Ursache des Gefäßverschlusses sind Thromben, die sich entweder auf arteriosklerotisch veränderten Kopf- und Halsgefäßen bilden oder auch Thromben, die sich bevorzugt im Herzen bei Rhythmusstörungen, insbesondere Vorhofflimmern, nach Herzinfarkt und bei einer Fehlfunktion der Herzklappen im Rahmen von Strömungsveränderungen aufgebaut haben und dann als Emboli in die entfernten Blutgefäße abgeschwemmt werden.

Schlaganfall durch eine Hirnblutung

Seltener, bei etwa 20 Prozent der Schlaganfall-Patienten, führen Blutungen – beispielsweise durch eine angeborene oder erworbene Gefäßmissbildungen, etwa ein Aneurysma – zu einem Schlaganfall: Diese Gefäße reißen leicht bei einem extremen Blutdruckanstieg. Die Blutversorgung wird unterbrochen und durch den Druck des austretenden Blutes verschlechtert sich auch in anderen Teilen des Gehirns die Durchblutung. Die Folge ist ein hämorrhagischer Infarkt. Zu diesem kann es in einigen Fällen auch durch Gerinnungsstörungen kommen: Das Blut ist zu dünn und tritt deshalb leichter aus dem Gefäß aus.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.09.2014
  • Autor/in: Dr. Maria-Beate Effertz, Allgemeinmedizinerin, Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Hans Christoph Diener: Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Motorische Therapien für die obere Extremität zur Behandlung des Schlanganfalls: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, 2009
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