Rehabilitation nach Schlaganfall: Zurück ins Leben finden

Nach einem Schlaganfall ist oft mit einem Mal alles anders. Grundlegende Dinge wie Sprechen, Gehen oder Lesen müssen manchmal ganz neu erlernt werden. Die Erfolgsaussichten sind umso besser, je früher Rehabilitationsmaßnahmen ergriffen werden. In guten Krankenhäusern wird damit bereits in der akuten Phase eines Schlaganfalls angefangen.

Wenn es zu einem Schlaganfall gekommen ist, ist nicht nur die Akuttherapie entscheidend. Sobald der Patient nach einem Schlaganfall stabilisiert ist, muss möglichst früh mit einem breiten Spektrum an Rehabilitationsmaßnahmen begonnen werden. Damit sollen die körperlichen und geistigen Einbußen gering gehalten und die früheren Fähigkeiten möglichst wieder hergestellt werden.

Genauso vielfältig, wie die Folgen eines Schlaganfalls sein können, sind auch die Möglichkeiten der Rehabilitation. Lähmungserscheinungen werden mit intensivem physiotherapeutischem Training behandelt. Treten Sprach- oder Lesestörungen auf, kümmert sich ein Logopäde um den Patienten. Gedächtnis und Konzentration werden im Rahmen neuropsychologischer Betreuung trainiert. Die Ergotherapie hilft Patienten dabei, die Aufgaben des Alltags wieder zu meistern. Wichtig für den Behandlungserfolg ist die Zusammenarbeit der verschiedenen Therapeuten.

Rehabilitation nach einem Schlaganfall ist Teamarbeit

Die Informationen über den Patienten, die für alle Therapiebereiche wichtig sind, müssen von den einzelnen Therapeuten an das gesamte Team weitergegeben werden. So ist eine Rundumbetreuung des Patienten möglich, bei der alle seine Probleme, aber auch seine Stärken berücksichtigt werden. Entscheidend ist auch der Kontakt zu Angehörigen oder anderen betreuenden Personen, sowie Hausärzten und - wenn erforderlich - einem ambulanten Pflegedienst, um diese gut zu informieren. So kann die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt so gut wie möglich vorbereitet werden.

Wenn der Patient das Schlimmste überstanden hat und aus dem Krankenhaus entlassen wird, folgt in den meisten Fällen eine mehrwöchige Rehabilitation in einer speziellen Einrichtung oder Klinik. Doch die „Reha“ ist nicht selbstverständlich. Sie muss beantragt werden und in bestimmten Fällen kommen auf den Patienten auch kosten zu.

So groß und unüberwindbar die Herausforderungen nach einem Schlaganfall auch erscheinen mögen, erreichen doch viele Patienten mit den richtigen Reha-Maßnahmen ihre verlorenen Fähigkeiten oftmals fast vollständig wieder.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.06.2011
  • Autor/in: Dr. Maria-Beate Effertz, Allgemeinmedizinerin, Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Hans Christoph Diener: Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Motorische Therapien für die obere Extremität zur Behandlung des Schlanganfalls: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, 2009
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