Schlaganfall: Tipps für die Pflege zu Hause

Viele Angehörige möchten ihr Familienmitglied nach einem Schlaganfall zu Hause pflegen. Das ist eine mutige Entscheidung, denn auf die Familie kommen damit ganz neue, ungewohnte Aufgaben zu. Das verlangt eine gute Vorbereitung, etwa in Angehörigenschulungen.

Oft ist es auch sinnvoll, sich von einem ambulanten Pflegedienst unterstützen zu lassen. Ganz ohne Information geht es zumindest nicht: Schließlich können in der Pflege Fehler mit dramatischen Folgen passieren: Ein Schlaganfall-Patient kann beispielsweise ein Wundgeschwür (Dekubitus) entwickeln, wenn er nicht fachgerecht gelagert und bewegt wird. Die Angehörigen selbst erleiden leicht einen Rückenschaden, wenn sie falsch heben oder beim Transfer vom Bett in den Rollstuhl helfen.

Grundsätzlich sollten alle Aktivitäten mit der betroffenen Seite beginnen:

Bei der Körper- und Mundpflege immer mit der gelähmten Seite beginnen. Der Patient sitzt auf einem Stuhl – nicht auf einem Rollstuhl – vor dem Waschbecken, den betroffenen Arm lagert er ins Waschbecken. Die Schulter darf nicht nach hinten oder nach unten hängen, anderenfalls können leicht kleine Verletzungen entstehen, da die Muskulatur der Schulter nach dem Schlaganfall geschwächt ist und die Gelenkflächen nicht mehr richtig zueinander stehen.

Das Anziehen beginnt ebenfalls mit der betroffenen Seite. Auch hier gilt: Der Patient sitzt am besten auf einem Stuhl. Auch die Bettkante ist nicht geeignet, da sie oft rutschig ist und weniger Freiraum für Bewegung bietet. Auf einem Stuhl hingegen kann der Patient die Beine auch ganz auf die rechte oder linke Seite bewegen. Das Ausziehen findet in umgekehrter Reihenfolge statt: Der Patient beginnt mit der gesunden Seite.

Es lohnt sich für die Familie, kompliziertere Tätigkeiten besonders intensiv einzustudieren. Dazu gehören:
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.09.2014
  • Autor/in: Dr. Maria-Beate Effertz, Allgemeinmedizinerin, Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Hans Christoph Diener: Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Motorische Therapien für die obere Extremität zur Behandlung des Schlanganfalls: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, 2009