Sport nach Schlaganfall ist sehr zu empfehlen

Sport kann für Schlaganfall-Patienten ein Lebenselixier sein. Er kann das Risiko für einen erneuten Apoplex senken, da er positiv auf Blutfettwerte und Blutruck wirkt. Außerdem verbessert regelmäßige Bewegung die Funktion der gelähmten Körperpartien und verringert Spastiken. Alltagsbewegungen – wie Gehen und Treppensteigen – werden sicherer, was das Sturzrisiko mindert. Besonders wichtig für Schlaganfall-Patienten, die häufig den Verlust von alltäglichen Fähigkeiten verwinden müssen, ist: Sport steigert die Stimmung und verleiht Selbstvertrauen.

Absolut notwendig: Eine Absprache mit dem Arzt

Doch viele Betroffene sind verunsichert, fragen sich, ob sie sich durch Sport nicht auch gefährden. Die Vorsicht ist in gewisser Weise berechtigt: Wer einen Schlaganfall erlitten hat, darf nicht nach gut Dünken auf dem Sportplatz seine Runden ziehen.

Wenn Schlaganfall-Patienten Sport treiben wollen, sollte:
  • eine Absprache mit dem Arzt über Art und Intensität des Sports erfolgen
  • der Patient sich nicht übernehmen
  • der Pulsschlag den Wert von 160 minus Lebensalter nicht überschreiten; eine lockere Unterhaltung sollte ohne Atemnot möglich sein
Geeigneter Sport sind krankengymnastische Übungen, die der Patient schon in der Rehabilitation kennengelernt hat und zu Hause am besten zusammen mit einer Physiotherapeutin fortsetzen kann.

Folgender Sport bietet sich für Schlaganfall-Patienten an:
  • leichtes Konditionstraining
  • Wassergymnastik
  • Schwimmen
  • Spazierengehen
Besonders empfehlenswert sind Sportkurse speziell für Schlaganfall-Patienten, wie sie die verschiedenen Landesverbände des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) anbieten. Die Übungsleiter der Rehabilitationsportgruppen des DBS sind spezialisiert auf Störungen des zentralen und peripheren Nervensystems, außerdem betreut ein Arzt die Gruppe. In manchen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den Kurs. Der Arzt kann abschätzen, ob es sinnvoll ist, einen Antrag zu stellen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.06.2011
  • Autor/in: Dr. Maria-Beate Effertz, Allgemeinmedizinerin, Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Hans Christoph Diener: Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Motorische Therapien für die obere Extremität zur Behandlung des Schlanganfalls: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, 2009
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