Schlaganfall: Schulungen für Angehörige empfehlenswert

Die Rehabilitation mit Physiotherapie, Ergotherapie, Sprachtherapie und Neuropsychologie ist für einen Schlaganfall-Patienten mühsam: Alltägliche Bewegungen, über die er früher nicht nachgedacht hat, müssen neu einstudiert werden, und können – wenn überhaupt – nur unter großer Anstrengung vollzogen werden.

Für die Familie ist es in einer solchen Situation naheliegend, helfend einzugreifen: den Stuhl zurechtzurücken, das Essen aufzufüllen und klein zu schneiden, Wünsche von den Lippen abzulesen. Doch ständiges Bemuttern hindert den Patienten an der Übung, die er braucht, um seine Fähigkeiten wiederzuerlangen – die Therapiestunden allein reichen nicht aus. Das heißt, die Familie muss lernen, sich zurückzuhalten.

Experten empfehlen Angehörigen-Schulungen

Wer die Situation eines Schlaganfall-Patienten versteht, beherrscht die Gradwanderung zwischen Fordern und Helfen. Doch das Verständnis muss erworben werden. In fast allen geriatrischen Einrichtungen gibt es Schulungsreihen für Angehörige.

Hier lernen sie den Umgang mit dem betroffenen Angehörigen, wie sie Hilfestellung leisten können ohne den Betroffenen zu über- oder zu unterfordern.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.09.2014
  • Autor/in: Dr. Maria-Beate Effertz, Allgemeinmedizinerin, Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Hans Christoph Diener: Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Motorische Therapien für die obere Extremität zur Behandlung des Schlanganfalls: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, 2009