Pflege bei Schlaganfall

Das Gehirn wird plötzlich nicht mehr durchblutet. Die Sauerstoffversorgung versiegt. Ein Schlaganfall. Für die Betroffenen kommt er meist unerwartet.  Und auf einmal ist nichts mehr, wie es einmal war. Denn häufig werden Menschen nach einem Schlaganfall – zumindest vorübergehend – pflegebedürftig. Wie pflegende Angehörige Schlaganfall-Patienten unterstützen und fördern können.

Pflege von Schlaganfall-Patienten

Ein spezielles Pflegekonzept für halbseitig gelähmte Menschen ist das Bobath-Konzept. Ziel dieses Konzepts ist es, den Pflegebedürftigen bei den Aktivitäten des täglichen Lebens – wie etwa beim Waschen oder Anziehen – zu unterstützen und zu fördern, um ihm so wieder zu mehr Selbstständigkeit zu verhelfen.

Anleitungsvideos zum Bobath-Konzept finden Sie hier.

Unterstützung beim Essen und Trinken – Verschlucken verhindern

Häufig haben Schlaganfall-Patienten Probleme beim Essen und Trinken. Hier können die Pflegenden sie unterstützen: Häufig hilft es, wenn der Betroffene aufrecht sitzt und sein Kopf leicht nach vorne gebeugt ist. So kann er leichter schlucken, die Nahrung gelangt nicht so leicht in die Luftröhre. Der Pflegende sollte darauf achten, dass der Pflegebedürftige langsam und kontrolliert isst und ihn regelmäßig ans Kauen und Schlucken erinnern. Denn sonst besteht die Gefahr, dass er sich verschluckt.

Kommunikationsprobleme meistern – zum Sprechen motivieren

Nach einem Schlaganfall bereitet auch das Sprechen vielen Patienten Probleme. Sprachstörungen treten meist auf, wenn die linke Gehirnhälfte vom Schlaganfall betroffen ist. Um dennoch kommunizieren zu können, können Pflegender und Pflegebedürftiger gemeinsam bestimmte Codes für ja und nein festlegen. Eine Symbol- oder Alphabettafel kann dem Betroffenen helfen, seine Bedürfnisse trotz Sprachstörung zu äußern.  

Um zu verhindern, dass sich der Schlaganfall-Patient aufgrund seiner Sprachstörung zurückzieht, sollte er immer wieder zum Sprechen motiviert werden, indem man ihn in Gespräche miteinbezieht und an Aktivitäten beteiligt. Pflegepersonen sollten darauf achten, dass sie in kurzen Sätzen mit dem Pflegebedürftigen sprechen und ihn nicht unterbrechen. Auch gemeinsames Singen kann Freude bereiten: Denn dafür ist eine andere Hirnregion zuständig als für das Sprechen. Eine gute Möglichkeit dazu bieten zum Beispiel Singkreise.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.09.2014
  • Autor/in: Nina Prell, Medizinredakteurin, vitanet.de; inhaltliche Qualitätssicherung: Dr. Markus Dietl, Pflegewissenschaftler; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
  • Quellen: Köther, Ilka (2011): THIEMEs Altenpflege; 3. Auflage
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