Jeder Schlaganfall ist ein Notfall – Sofort die 112 wählen!

„Zeit ist Hirn“ lautet der Leitspruch von Schlaganfall-Experten. Bei auffälligen Schlaganfallsymptomen sollten Sie die 112 wählen und den Notarzt rufen. Zu den typischen Symptomen zählen: eine plötzliche Lähmung einer Körperseite, ein herabhängender Mundwinkel, verwaschene Sprache und Sehstörungen. Schnelles Handeln ist notwendig, da der Schlaganfall lebensbedrohlich ist. Zudem sind die Heilungschancen umso besser, je früher die Therapie einsetzt.

Heftige Kopfschmerzen deuten auf eine Hirnblutung

Das Gebot, sofort den Notarzt zu rufen, gilt besonders, wenn ein Patient unter plötzlichen und außergewöhnlich heftigen Kopfschmerzen leidet. In diesem Fall besteht Verdacht auf eine Hirnblutung, die in kurzer Zeit großen Schaden anrichten kann. Unter keinen Umständen darf ein Patient mit extremen Kopfschmerzen sich selbst therapieren und ein Schmerzmittel einnehmen, da viele dieser Medikamente – etwa Acetylsalizylsäure – die Blutung noch verstärken würden.

Bis der Notarzt eintrifft, sollten Anwesende folgende Maßnahmen durchführen:
  • Atmung, Puls und Herzschlag kontrollieren.
  • Bei Bewusstsein mit dem Patienten in ruhigem Ton sprechen.
  • Beengende Kleidung zur Erleichterung der Atmung öffnen.
  • Fenster öffnen.
  • Atemwege freihalten: Essensreste aus dem Mund entfernen, Zahnprothesen entfernen, Kinn leicht anheben.
  • Bei Bewusstlosigkeit oder Erbrechen den Patienten in die stabile Seitenlage bringen.
  • Patienten nicht alleine lassen.
Auf keinen Fall dürfen die Anwesenden etwas zu Trinken oder zu Essen reichen, da ein Patient mit einem akuten Schlaganfall sich leicht verschlucken kann. Außerdem sollte der Kranke keine Medikamente erhalten. Schließlich können nicht nur Schmerzmittel, sondern zum Beispiel auch Blutdruck senkende Präparate kontraindiziert sein.

Bei Ankunft des Notarztes gilt es, ihn kurz und knapp über die beobachteten Symptome und die Medikamente des Patienten zu informieren. Ausschweifende Berichte dagegen sind in einer Situation, in der jede Minute zählt, wenig hilfreich. Viele Schlaganfall-Patienten haben Sprachstörungen, so dass eine Begleitung ins Krankenhaus durchaus wichtig ist. Die behandelnden Ärzte sind auf jede Information angewiesen!
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.06.2011
  • Autor/in: Dr. Maria-Beate Effertz, Allgemeinmedizinerin, Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Hans Christoph Diener: Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Motorische Therapien für die obere Extremität zur Behandlung des Schlanganfalls: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, 2009
  • Deutsche Schlaganfall Hilfe
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