Diagnose Schlaganfall: CT und MRT

Wenn ein Patient mit dem Verdacht auf einen Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert wird, dann ist für ihn nach der Anamnese und der körperlichen und neurologischen Untersuchung die erste Station die Computertomografie (CT) oder die Kernspintomografie (MRT).

Beide Untersuchungen sind heutzutage unerlässliche Untersuchungen, die immer veranlasst werden, wenn neurologisch Hinweise auf eine akute oder ältere Hirndurchblutungsstörung vorliegen und der Patient sich in einem stabilen Zustand befindet.

CT ermöglicht genauere Aufnahmen als das normale Röntgen

Die Computertomografie ist eine Art Röntgenuntersuchung, die aber nicht nur eine Ebene der untersuchten Region, sondern viele Ebenen abbildet: Im Gegensatz zu dem einfachen Röntgenbild werden hier die Röntgenstrahlen aus verschiedenen Winkeln auf die Körperoberfläche gerichtet. Dies ermöglicht eine plastischere Darstellung aus verschiedenen Richtungen und in vielen Schnitten. Die Röntgenstrahlen treffen nicht einfach auf einen Röntgenfilm und schwärzen diesen, wie bei der konventionellen Röntgenaufnahme.

Sie werden nach Durchtritt durch das abzubildende Gewebe zunächst in elektrische Signale umgewandelt. Hieraus errechnet ein Computer dann die endgültigen Bilder. Dies erlaubt eine sehr viel detailliertere und plastischere Darstellung des untersuchten Gewebes als eine einfache Röntgen-Aufnahme. Auch liefert die CT weitere Informationen über Innenräume und Wandstrukturen der Gefäße. Bei sogenannten Kontrastdarstellungen werden gering jodhaltige Flüssigkeiten vor der CT-Untersuchung injiziert. Sie haben den Vorteil, dass Hohlräume und Blutungen noch besser zu identifizieren sind. Die CT-Untersuchung ist schmerzlos.

Mit dem MRT lässt sich sogar das Alter des Schlaganfalls feststellen

Noch detailliertere Informationen liefert die Magnetresonanztomografie (MRT), auch Kernspintomografie genannt. Anders als die CT kommt sie ohne Röntgenstrahlen aus. Stattdessen werden über starke Elektromagneten die Wasserstoffatome in den Körperzellen in eine Richtung gelenkt und über komplexe Computerberechnungen schließlich in Bilder umgewandelt. Die Kernspintomografie ermöglicht in einer Untersuchung verschiedene Sichtebenen darzustellen, ohne die Lage des Patienten zu verändern.

Mithilfe der MRT lassen sich auf diese Weise kleinste ischämische Infarkte, Blutungen und Wasseransammlungen – sogenannte Ödeme – sehr detailliert erkennen. Die Radiologen können außerdem über Lage, Ausdehnung und sogar das Alter des Infarktes sehr genaue Aussagen treffen.

Ärzte raten zu einem Beruhigungsmittel vor der MRT

Ähnlich wie bei der Computertomografie wird der Patient bei der MRT in eine enge Röhre geschoben. Der Kernspintomograf gibt zudem während der Untersuchung laute Klopfgeräusche von sich. Für manche Patienten kann das sehr beängstigend sein. Meistens bieten die Ärzte dem Patienten deshalb ein Beruhigungsmittel an. Nicht jedes Metall sollte in die Nähe des eingeschalteten Kernspintomografen gelangen. Bei Patienten mit Metallprothesen, -implantaten oder einem Herzschrittmacher sollte dies dem Arzt vorher mitgeteilt werden. Herzschrittmacher können durch das starke Magnetfeld in ihrer Funktion gestört werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.09.2014
  • Autor/in: Dr. Maria-Beate Effertz, Allgemeinmedizinerin, Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Hans Christoph Diener: Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Motorische Therapien für die obere Extremität zur Behandlung des Schlanganfalls: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, 2009