So wird die Diagnose Schlaganfall gestellt

Besteht der Verdacht auf einen Schlaganfall, zählt bei der Versorgung und Behandlung jede Sekunde. Doch bevor mit lebensrettenden Maßnahmen begonnen werden kann, muss eines möglichst schnell geklärt werden: Liegt tatsächlich ein Schlaganfall vor?

Das Problem im Notfall: Symptome wie Taubheitsgefühle in Armen und Beinen, Sprach- oder Bewegungsstörungen weisen nicht zwangsläufig auf einen Schlaganfall, also auf eine verstopfte Arterie des Gehirns hin. Ganz ähnliche Beschwerden treten auch bei Hirnblutungen auf, wenn eine Ader im Gehirn geplatzt ist.

Die Unterscheidung zwischen verstopfter Arterie und Hirnblutung ist bei der Schlaganfall-Diagnose das Wichtigste. Um eine verstopfte Arterie des Gehirns wieder frei zu bekommen, werden sehr wirksame, blutverdünnende Mittel gegeben. Die Gabe eines solchen Wirkstoffs würde eine Hirnblutung noch verstärken – mit verheerenden Folgen für den Patienten.

Hirnblutung ausschließen

Um diesen Behandlungsfehler zu vermeiden, ist die erste Station für einen Patienten mit Verdacht auf einen Schlaganfall die Computertomografie. Mittels dieser Technik kann in wenigen Minuten beurteilt werden, ob ein Schlaganfall oder eine Hirnblutung vorliegt. Im Falle einer verstopften Hirnarterie wird dann umgehend das blutverdünnende Mittel gegeben. Während der akuten Suche nach den Ursachen, werden auch allgemeine Gesundheitsparameter wie Blutdruck und EKG ständig überwacht.
Nach der Erstversorgung im Notfall folgen weitere diagnostische Maßnahmen. Für eine erfolgreiche Behandlung und Rehabilitation müssen verschiedene Fragen geklärt werden: Wodurch wurde der Schlaganfall verursacht? Welche Teile des Gehirns sind wie ausgedehnt betroffen?

Um diesen Fragen nachzugehen, stehen verschiedene Instrumente zur Verfügung. Die sogenannte Duplex-Sonografie zeigt, wie weit die Verengung der Arterie fortgeschritten ist und ob ein Blutgerinnsel, das sich aus Ablagerungen der Halsschlagader gelöst hat, den Schlaganfall ausgelöst hat. Ohne Strahlenbelastung gibt die Kernspintomografie (oder auch MRT, Magnetresonanztomografie) Aufschluss über das Ausmaß des Schlaganfalls und welche Hirnareale genau betroffen sind. All diese Untersuchungsmethoden sind für den Patienten in der Regel ungefährlich.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.09.2014
  • Autor/in: Dr. Maria-Beate Effertz, Allgemeinmedizinerin, Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Hans Christoph Diener: Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Motorische Therapien für die obere Extremität zur Behandlung des Schlanganfalls: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, 2009