Schlaganfall (Apoplex)

Schlaganfall-Experten ziehen eine düstere Bilanz: In Deutschland ist der Apoplex die dritthäufigste Todesursache. Pro Jahr erleiden zirka 300.000 Männer und Frauen einen Schlaganfall, jeder Fünfte stirbt an den Folgen.


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Bei einem Schlaganfall wird das Gehirngewebe nicht mehr richtig durchblutet. Es kommt zu einer Unterbrechung der Sauerstoffversorgung, Nervenzellen im betroffenen Areal werden geschädigt. Das kann erhebliche Folgen haben.

Lähmungen, Sprachstörungen, Sehstörungen: Symptome des Schlaganfalls

Rund ein Drittel der Betroffenen werden pflegebedürftig und tragen Schäden, wie Lähmungen, Sprachverlust, Seh- und andere Wahrnehmungsstörungen davon. Gerade im Alter fällt es schwer, sich auf diese Behinderungen einzustellen. Deshalb ist es bei den ersten Symptomen eines Schlaganfalls so wichtig, schnell zu handeln und einen Notruf abzusetzen.

Ursachen für einen Schlaganfall

Meist liegt einem Schlaganfall Arteriosklerose, also Arterienverkalkung, zugrunde. Die häufigsten Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Rauchen und Diabetes. Auch Vorhofflimmern kann einen Schlaganfall verursachen. Nur sehr selten kommen andere Erkrankungen als Ursache infrage.

Das Leben nach dem Schlaganfall

Wie gravierend die Folgen nach dem Schlaganfall sind, ist stark abhängig davon, welche Hirnregion in welchem Ausmaß geschädigt wurde. Eine Rolle spielt aber auch die Plastizität des Gehirns, das heißt seine Fähigkeit, sich zu ändern und neuen Bedingungen anzupassen.

Je sachkundiger die Therapie und je besser der Patient und seine Angehörigen über den Schlaganfall informiert sind, desto besser ist in vielen Fällen der Heilungsverlauf. Nicht umsonst empfehlen deshalb Ärzte, Neuropsychologen und Physiotherapeuten dem Betroffenen und seinen Angehörigen immer wieder, sich intensiv mit dem Schlaganfall auseinanderzusetzen. Mehr über Schulungen für Angehörige, Sport und Autofahren nach einem Schlaganfall sowie viele weitere Themen finden Sie in unserem Ratgeber.

Zudem sind umfassende Rehabilitationsmaßnahmen wie etwa Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie sehr wichtig, um nach einem Schlaganfall wieder zurück ins Leben zu finden. Während der Rehabilitation lernen der Betroffene und seine Angehörigen auch, wie die richtige Lagerung und Mobilisierung nach einem Schlaganfall aussieht. Ziel dabei ist es, weitere Folgeschäden zu verhindern.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.09.2014
  • Autor/in: Dr. Maria-Beate Effertz, Allgemeinmedizinerin, Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Hans Christoph Diener: Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Motorische Therapien für die obere Extremität zur Behandlung des Schlanganfalls: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, 2009
  • Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin: Schlaganfall http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/053-011l_S3_Schlaganfall_2012-10.pdf