Schlafstörungen vorbeugen

Der Schlaf hat oft das Nachsehen: gegenüber der Arbeit, Partys und Konzertbesuchen, meistens sogar gegenüber dem Fernsehen. Dass Schlaf genauso wichtig für die Gesundheit ist wie vollwertige Ernährung und Sport, ist längst nicht allen Menschen klar, meint Dr. Ingo Fietze, Leiter des Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums der Charité. Zudem sollte man auf seinen Schlaf achten, um Schlafstörungen vorzubeugen.

Der nachlässige Umgang mit dem Schlaf rächt sich. Denn nicht zuletzt können Schlafstörungen die Folge sein. Dem sollten Sie vorbeugen, denn niemand braucht sich über schlechten Schlaf wundern, wenn er abends zum Beispiel seine Arbeitsunterlagen im Bett liest und dazu einen Kaffee trinkt.

Vorbeugen: Lerche oder Eule – das ist die Frage

Was aber bedeutet: den Schlaf achten und Schlafstörungen vorbeugen? Dazu gehört etwa, die Regeln der Schlafhygiene einzuhalten und seinen Schlaftyp zu berücksichtigen. So sind "Lerchen", also die Morgentypen, für den Barbetrieb wenig geeignet; "Eulen" hingegen, die Spätaufsteher, werden im Bäckerhandwerk niemals glücklich.

Wie viel Schlaf brauche ich?

Auch ein Blick auf das persönliche Schlafbedürfnis ist wichtig, um Schlafstörungen vorzubeugen. Denn die oft zitierten acht Stunden pro Nacht sind nur eine Faustregel. Mancher braucht neun Stunden, um sich am nächsten Morgen frisch und erholt zu fühlen, ein anderer kommt mit sieben Stunden aus, einigen wenigen Menschen reichen vier Stunden. Wie viele Stunden Schlaf für Sie ideal sind, finden Sie am besten im Urlaub heraus. Machen Sie eine Schlafkur und schlafen Sie immer, wenn Ihnen danach ist, und so lange, bis Sie von selbst aufwachen.

Machen Sie Pausen

Wenn Sie Schlafstörungen vorbeugen wollen ist es auch wichtig, dass Sie tagsüber auf Pausen achten. Nur wer Übung im Entspannen hat, findet leicht in den Schlaf, der ein Zustand völliger Entspannung ist.

Bei Schlafstörungen schnell den Arzt aufsuchen

Wenn Sie trotz all dieser Vorkehrungen Schlafstörungen nicht vorbeugen konnten, zögern Sie nicht lange mit dem Arztbesuch. Gerade für die Schlaflosigkeit gilt: Je früher sie behandelt wird, desto besser die Heilungschancen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 20.10.2011
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizin-Journalistin, Charité Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Dr. Ingo Fietze, Thea Herold, Der Schlafquotient, Hoffmann und Campe, Hamburg 2006
  • Robert Koch-Institut, Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 27: Schlafstörungen, Berlin 2005
  • Interview mit Dr. Ingo Fietze, Leiter des Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrums der Charité
  • Interview mit Psychologin Sandra Zimmermann vom Interdisziplinären Schlafmedizinischen Zentrum der Charité
  • Interview mit Dr. Peter Geisler vom Schlafmedizinischen Zentrum der Universitätsklinik Regensburg
  • Interview mit Michael Maar, Atemtherapeut im Ilse-Middendorf-Institut in Berlin
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