Therapie und Hilfe bei Schlafstörungen

Kognitive Verhaltenstherapie, Yoga oder Medikamente – es gibt viele Therapieformen, die gegen eine Schlafstörung helfen können. Die wichtigsten im Überblick.

Verhaltenstherapie gegen die Schlaflosigkeit

Vor allem für die Menschen, die wegen ständigem Grübeln nicht schlafen können, ist eine kognitive Verhaltenstherapie sinnvoll. Die Betroffenen lernen in der Therapie beispielsweise ihre Gedanken zu stoppen oder zum Grübeln einen „Gedankenstuhl" aufzusuchen. So finden Grübeleien nicht im Bett statt und die Schlafstörung lässt nach. Die S3-Leitlinie „Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen", empfiehlt die kognitive Verhaltenstherapie bei Schlaflosigkeit (Insomnie) als erste Behandlungsoption.

Schlafhygiene, Entspannung, Stimulus-Kontrolle und Schlafrestriktion

Schlafhygiene, Entspannungstechniken, Stimulus-Kontrolle und Schlafrestriktion: Diese Methoden sind auch Teil der Verhaltenstherapie und können sehr effektiv sein. An erster Stelle steht hier die sogenannte Schlafhygiene. Neben den Regeln der Schlafhygiene können Entspannungsübungen helfen, den Schlaf zu verbessern. Denn oft sind Anspannungen Ursachen für Schlafstörungen. Diese können mit Hilfe von Yoga, autogenem Training, Muskelentspannung nach Jacobson oder einer Atemtherapie abgebaut werden.
Das Bett ist nur zum Schlafen da – das ist die zentrale Aussage der sogenannten Stimulus-Kontrolle, einer weiteren Therapie bei Schlafstörungen. Wird im Bett wirklich nur geschlafen, kann der Schlaflose wieder positivere Gefühle mit dem Möbelstück verbinden.
Eher paradox klingt dagegen: Schlafrestriktion als Therapie bei Schlafstörungen. Doch bei manchen funktioniert es. Wer seinen Schlaf beispielsweise auf sechs Stunden reduziert, dem fällt das Ein- und Durchschlafen leichter. Die Schlafzeiten lassen sich dann langsam steigern.

Medikamente für einen guten Schlaf

Wenn eine kognitive Verhaltenstherapie die Schlafstörung nicht beheben kann, können bei Schlaflosigkeit auch Medikamente eingesetzt werden. Als effektiv die sogenannten Z-Präparate. Auch Benzodiazepine und sedierende – also beruhigende – Antidepressiva können helfen. Diese Medikamente können den Teufelskreis aus Schlaflosigkeit und Angst vor der Schlaflosigkeit durchbrechen, sind aber als Dauerlösung nicht geeignet und sollten mit anderen Therapien gegen Schlafstörungen kombiniert werden.

Pflanzliche Mittel gegen Schlafstörungen

Naturheilmittel gegen Schlaflosigkeit können  meist langfristig angewendet werden. Diese enthalten beispielsweise Baldrian, Melisse oder Hopfen. Auch schlaffördernde Tees beinhalten die Wirkstoffe dieser Pflanzen und haben den Vorteil, dass auch das Ritual des Teetrinkens vor dem zu Bett gehen den Schlaf fördern kann. Beachten Sie jedoch: Auch pflanzliche Schlafmittel und schlaffördernde Tees können das Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Sie sollten deshalb nach deren Einnahme nicht mehr aktiv am Straßenverkehr teilnehmen. Achten Sie auf die Hinweise in der Packungsbeilage.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.02.2019
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM): S3-Leitlinie: Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen. Kapitel „Insomnie bei Erwachsenen“; gültig bis 2020.
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